Weltmarktfhrer bei Sand und 
Kies, operative Exzellenz, nah am 
Kunden, erfolgreiche Refinanzierung, 
leistungsorientierte Mitarbeiter: 
HeidelbergCement ist gut 
gerstet fr weiteres Wachstum 
und eine erfolgreiche Zukunft. 


Wir sind die Nr. 1 weltweit 
bei Sand, Kies und 
Hartgestein 
Wir sind die Nr. 1 weltweit 
bei Sand, Kies und 
Hartgestein 

Wir investieren 
in die Zukunft  
Zement fr 
Wachstumsmrkte 
Wir investieren 
in die Zukunft  
Zement fr 
Wachstumsmrkte 

Wir sind ein starkes 
Team hervorragender 
Fachleute  regional 
und international 
Wir sind ein starkes 
Team hervorragender 
Fachleute  regional 
und international 

Seit 1873 am Markt  
seit 2010 im DAX 
Seit 1873 am Markt  
seit 2010 im DAX 

Wir reden nicht nur 
ber Biodiversitt  
in unseren Steinbrchen 
ist sie AlltagWir reden nicht nur 
ber Biodiversitt  
in unseren Steinbrchen 
ist sie Alltag 
Wir reden nicht nur 
ber Biodiversitt  
in unseren Steinbrchen 
ist sie AlltagWir reden nicht nur 
ber Biodiversitt  
in unseren Steinbrchen 
ist sie Alltag 

Nah am Kunden  
zu jeder Zeit, 
an jedem Ort 
Nah am Kunden  
zu jeder Zeit, 
an jedem Ort 

2 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur 


HeidelbergCement ist als voll integriertes Baustoffunternehmen auf fnf Kontinenten ttig. Unsere 
Kernaktivitten umfassen die Herstellung und den Vertrieb von Zement und Zuschlagstoffen, die 
beiden wesentlichen Rohstoffe fr die Herstellung von Beton. Mit nachgelagerten Aktivitten wie 
Transportbeton, Betonprodukten und Betonelementen sowie weiteren verwandten Produkten und 
Serviceleistungen ergnzen wir unsere Produktpalette. 

Organisationsstruktur der Konzerngebiete und Geschftsbereiche 


West- und Osteuropa-Nordamerika Asien-Pazifik AfrikaKonzern 
Nordeuropa Zentralasien Mittelmeerservice 
raum

Belgien Bosnien-USA Bangladesh Benin 
Dnemark Herzegowina Kanada Brunei DR Kongo 
Deutschland 1) Georgien China Gabun 
Grobritannien Kasachstan Indien Ghana 
Estland Kroatien Indonesien Liberia 
Lettland Polen Malaysia Sierra Leone 
Litauen Rumnien Singapur Tansania 
Niederlande Russland Togo 
Norwegen Slowakische Australien 
Schweden Republik Israel 
Schweiz Tschechische Spanien 
Republik Trkei 
Ukraine 
Ungarn 


Zement 
Zuschlagstoffe 
Bauprodukte 
Beton Service 
Sonstiges 
Zement 
Zuschlagstoffe 
Beton Service 
Sonstiges 
Zement 
Zuschlagstoffe 
Bauprodukte 
Beton Service 
Sonstiges 
Zement 
Zuschlagstoffe 
Bauprodukte 
Beton Service 
Sonstiges 
Zement 
Zuschlagstoffe 
Beton Service 
Sonstiges 
1) Deutschland wird als reifer Markt unter West- und Nordeuropa berichtet, aber aus unternehmerischen Grnden von dem gleichen 
Vorstandsmitglied verantwort, das auch fr Osteuropa-Zentralasien verantwortlich ist. 

HeidelbergCement hat mit Beginn des Geschftsjahres 2010 seine Organisationsstruktur neu gegliedert. 
Die Unterteilung erfolgt jetzt in die fnf geografischen Konzerngebiete West-und Nordeuropa, 
Osteuropa-Zentralasien, Nordamerika, Asien-Pazifik und Afrika-Mittelmeerraum (Zuordnung der 
Lnder siehe Organigramm). Im sechsten Konzerngebiet Konzernservice sind unsere weltumspannenden 
Handelsttigkeiten zusammengefasst. Innerhalb der geografischen Konzerngebiete haben 
wir unsere Aktivitten in vier Geschftsbereiche untergliedert: Zement, Zuschlagstoffe, Bauprodukte, 
Beton-Service-Sonstiges. Allerdings sind die Bauprodukte in Asien-Pazifik nur unterdurchschnittlich 
und in Osteuropa-Zentralasien sowie Afrika-Mittelmeerraum gar nicht vertreten. 

42 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele 


Unternehmensstrategie 

Duale Wachstumsstrategie 

Zement und Zuschlagstoffe bilden die Basis unserer dualen Rohstoff- und Wachstumsstrategie. Bei 
Zement liegt der Schwerpunkt auf Wachstumsmrkten, whrend wir uns in reifen Mrkten auf den 
Ausbau der vertikalen Integration und die Rohstoffsicherung bei den Zuschlagstoffen konzentrieren. 
Der Fokus liegt dabei auf Mikromrkten, die sich durch hhere Wachstumsraten auszeichnen 
als die umliegenden Regionen. Das Wachstum kann dabei organisch, durch Partnerschaften oder 
Akquisitionen erfolgen. 

Zusammengefasster 


Leistungskultur und lokale Verantwortung 

Ein exzellentes Management-Team und engagierte, qualifizierte Mitarbeiter sind die Grundlage 

bilanziert Lagebericht 


erfolgreichen Wirtschaftens. Als leistungs-und ergebnisorientiertes Unternehmen legen wir 
groen Wert auf die Kompetenz unserer Mitarbeiter und Fhrungskrfte. Ganzheitliche Effizienz 
und ausgeprgte Kundenorientierung stehen dabei im Fokus. HeidelbergCement setzt auf einen 
integrierten Managementansatz. Dessen Erfolg beruht auf einer ausgewogenen Balance zwischen 
lokaler Geschftsverantwortung, konzernweiten Standards und globaler Fhrung. Unsere operativen 
Einheiten vor Ort sind entscheidend fr den Geschftserfolg. Das lokale Management hat die volle 
Verantwortung fr die Produktion, Marktbearbeitung und Fhrungskrfteentwicklung mit dem 
Ziel der Markt- und Kostenfhrerschaft. Es wird untersttzt von Shared Service Centern, in denen 
landesweit die Verwaltungsfunktionen fr alle Geschftsbereiche auf der Basis einer standardisierten 
IT-Infrastruktur zusammengefasst sind. Um Transparenz, Effizienz und schnelle Umsetzung im Konzern 
zu gewhrleisten, standardisiert HeidelbergCement alle wesentlichen Managementprozesse. 
Konzernweit einheitliche Leistungskennzahlen ermglichen einen direkten Vergleich und sind die 
Voraussetzung fr permanentes Benchmarking. 

Kostenfhrerschaft und Benchmarking 

In einem Markt mit weitgehend standardisierten Produkten stellt die Kostenfhrerschaft einen 
wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Neben der konsequenten Verfolgung von Kostensenkungsprogrammen 
liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der kontinuierlichen Verbesserung der operativen 
Leistung der einzelnen Produktionssttten durch intensives Benchmarking. Darber hinaus streben 
wir auch bei den Investitionen nach mglichst niedrigen Kosten durch die Kombination der 
Ingenieurskunst von HeidelbergCement mit weltweit preiswerten Lieferquellen fr Maschinen, 
Anlagen und Dienstleistungen. 

Corporate Governance


HeidelbergCement 


Nachhaltigkeit sichert den langfristigen Unternehmenserfolg 

Nachhaltiges Wirtschaften ist die Basis fr unseren langfristigen Erfolg. Das beinhaltet die Sicherung 
von Rohstoffreserven mit ausreichenden Reichweiten und die Einfhrung innovativer Produktionsverfahren. 
Zusammen mit der Entwicklung neuartiger Produkte fhrt dies zur Reduktion 
von Emissionen und einem schonenden Umgang mit unserer Rohstoffbasis. HeidelbergCement 
frdert zudem die Artenvielfalt in seinen Rohstofffrdersttten durch den gezielten Einsatz von 
Biodiversitts-Managementplnen. 

Weitere Informationen 


43 

2 
Finanzierungsstrategie 

Informationen zu unserem Finanzmanagement, dessen Zielen und Manahmen finden Sie im Abschnitt 
Konzern-Finanzmanagement auf Seite 70 ff. 

Unternehmensinternes Steuerungssystem und Ziele 

Das unternehmensinterne Steuerungssystem von HeidelbergCement besteht im Wesentlichen aus 
der operativen Jahresplanung, der unterjhrigen Kontrolle und Steuerung, den vierteljhrlichen 
Management Meetings, dem zentral koordinierten Investitionsprozess und regelmigen Vorstandssitzungen 
und Berichterstattungen an den Aufsichtsrat. 

Die jhrliche Planung vollzieht sich im Rahmen des so genannten Gegenstromverfahrens. Der 
Vorstand definiert zunchst ein Top-Down-Budget und leitet daraus konkrete Zielsetzungen fr 
die einzelnen operativen Einheiten ab. Die Zielvorgaben des Vorstands flieen in die detaillierte 
Planung der Unternehmenseinheiten und in die Zielvereinbarungen der lokalen Manager ein. Die 
von den Unternehmenseinheiten erstellten operativen Teilplne werden schlielich zentral zu 
einem finalen Gesamtplan konsolidiert. 

Die unterjhrige Kontrolle und Steuerung des Unternehmens wird anhand eines umfassenden 
Systems standardisierter Berichte zur Vermgens-, Finanz- und Ertragslage durchgefhrt. Die dazu 
verwendeten Kennzahlen werden konzernweit einheitlich ermittelt und prsentiert. Finanzstatus 
und ausgewhlte Absatz-und Produktionsbersichten werden wchentlich erstellt, whrend 
Berichte zur Ertragslage und zur Entwicklung des Betriebskapitals (Working Capital) monatlich 
erfolgen. Umfassende Berichte zur Vermgenslage werden jeweils zum Quartalsende vorgelegt. 
In den vierteljhrlichen Management Meetings errtern Vorstand und Lnderverantwortliche die 
Geschftsentwicklung einschlielich Zielerreichung sowie den Ausblick auf das Gesamtjahr und 
eventuell zu ergreifende Manahmen. 

Wesentliche Investitionen und Akquisitionen werden von zentralen Fachabteilungen aus den 
Bereichen Strategie, Finanzen und Technik in einem formalisierten Prozess geprft und bewertet. 
Damit werden die Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Projekten und eine gleichbleibend 
hohe Qualitt bei Investitionsentscheidungen sichergestellt. Zur betriebswirtschaftlichen Beurteilung 
von Wachstumsinvestitionen wird ein Modell der abgezinsten Kapitalstrme (Discounted-CashFlow-
Modell  DCF-Modell) verwendet. Vorgabe ist, dass die Investitionsprojekte mindestens 
die gewichteten Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital  WACC) erwirtschaften. Diese 
langfristige Betrachtung der Renditeerwartungen wird durch Simulationsrechnungen ergnzt, in 
denen der Einfluss einer Investition auf die Gewinn-und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung, 
Bilanz und die steuerliche Position ber einen Zeitraum von fnf Jahren berechnet wird. 

Da die Mrkte innerhalb des Planungszeitraumes erheblich strkeren Schwankungen ausgesetzt 
sein knnen, als fr die Berechnung der Finanzmodelle vorherzusehen ist, wird die finanzielle 
Analyse durch eine strategische Analyse der geplanten Investitionen vervollstndigt. Dabei wird 
der strategische Wert einer Investition unter Bercksichtigung der zu erwartenden Marktposition, 
des Wachstumspotenzials, der Synergien mit anderen Unternehmensteilen und der Risikostruktur 
ermittelt. Die Gesamtheit der Bewertungen ist das Kriterium, anhand dessen der Vorstand die 
Investitionsentscheidungen trifft. 

44 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Finanzielle Ziele und Steuerungskennzahlen 

Ergebnis, Kapitaleinsatz und Rendite 

Wichtigste kurzfristige Zielgre fr die Ertragskraft des Unternehmens ist das operative Ergebnis, 
das fr alle operativen Einheiten detailliert ermittelt und analysiert wird. Als Zielgre auf Konzernebene 
wird der Anteil der Gruppe am Jahresberschuss betrachtet. Vermgens- und Finanzlage 
der operativen Einheiten werden kurzfristig vor allem ber die Hhe des Betriebskapitals und der 
Investitionen berwacht. Mit allen operativen Einheiten sind feste Vorgaben fr alle Zielgren 
vereinbart. 

Fr die mittelfristige Steuerung des Unternehmens und die Kapitalallokation orientiert sich das Unternehmen 
auf der operativen Ebene am Return on Capital Employed (ROCE) und auf strategischer 
Ebene am Return on Invested Capital (ROIC). Der ROCE wird berechnet als Betriebsergebnis in 
Prozent des eingesetzten Kapitals. Steuern und Goodwill sind in der Berechnung nicht bercksichtigt, 

Zusammengefasster 


sondern werden auf strategischer Ebene verantwortet und sind deshalb bei der Berechnung des 
ROIC mit einbezogen. Die strategische Steuerung und Kapitalallokation erfolgt nach dem ROIC, 

der definiert ist als Verhltnis von Betriebsergebnis nach Steuern zur Summe aus Eigenkapital und 
verzinslichem Fremdkapital. 

Zielsetzung ist, dass das Unternehmen einen ROCE von 19% bis 20% erwirtschaftet und beim 
ROIC mindestens die gewichteten Kapitalkosten (WACC) verdient. Der gewichtete WACC von 
HeidelbergCement betrug Ende des Berichtsjahrs 7,8%, wobei die einzelnen Lnder eine Bandbreite 
von 6,5% bis 18,9% aufweisen. Im Jahr 2010, im Tiefpunkt des Zyklus in der Bauindustrie, 
wurden die Zielwerte nicht in allen Konzerngebieten erreicht. 

Finanzierungsstruktur 

Die Rckkehr zu einer Bonittsbewertung im Investment-Grade-Bereich ist das erklrte Ziel von 

Corporate Governance


bilanziert Lagebericht 


HeidelbergCement, um eine gnstige Finanzierung der weiteren Geschftsentwicklung des Konzerns 
zu gewhrleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, streben wir finanzielle Kenngren an, die von den 
Ratingagenturen als erforderlich fr ein stabiles Investment-Grade-Rating angesehen werden. Eine 
wesentliche Kenngre ist der dynamische Verschuldungsgrad, also das Verhltnis von Nettoverschuldung 
zu operativem Ergebnis vor Abschreibungen, den wir auf einen Wert unter 2,8x senken 
wollen. Ende 2010 haben wir ein Verhltnis von 3,6x erreicht im Vergleich zu 4,0x Ende 2009. 

Nicht finanzielle Ziele und nachhaltige Performance-Kennzahlen 

Weitere Angaben zu nicht finanziellen Performance-Kennzahlen finden Sie in den Kapiteln Nachhaltigkeit, 
Mitarbeiter und Gesellschaft sowie Umweltvorsorge. 

HeidelbergCement 


Weitere Informationen 


45 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Insgesamt liegt der Jahresberschuss bei 511 (i.V.: 168) Mio EUR. Der Anstieg des anderen Gesellschaftern 
zustehenden Ergebnisses um 43 Mio EUR auf 168 (i.V.: 125) Mio EUR ist insbesondere 
auf die verbesserte Ergebnissituation von Indocement zurckzufhren. Der Anteil der Gruppe 
beluft sich demzufolge auf 343 (i.V.: 43) Mio EUR. 

Das Ergebnis je Aktie  Anteil der Gruppe  nach IAS 33 erhhte sich auf 1,83 (i.V.: 0,30) EUR. 
Fr die fortzufhrenden Geschftsbereiche betrgt das Ergebnis je Aktie 1,98 (i.V.: 0,36) EUR. 

Angesichts der Ergebnisentwicklung werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung 
am 5. Mai 2011 vorschlagen, eine Dividende von 0,25 (i.V.: 0,12) EUR je Aktie auszuschtten. 

Geschftsverlauf in den Konzerngebieten 

West-und Nordeuropa 

Zusammengefasster 


HeidelbergCement ist im Konzerngebiet West-und Nordeuropa in elf Lndern ttig. In diesen reifen 
Mrkten stellen wir als voll integriertes Baustoffunternehmen Zement, Zuschlagstoffe, Asphalt, 

Transportbeton und verschiedene Bauprodukte her. In den meisten Lndern, in denen wir Zement 
produzieren, sind wir Marktfhrer. Wir verfgen auerdem ber ein dichtes Netz an Frdersttten 
fr Zuschlagstoffe und Produktionsanlagen fr Transportbeton. Grobritannien ist unser grtes 
Marktgebiet in West- und Nordeuropa und das zweitgrte innerhalb des Konzerns. 

In den Lndern des Konzerngebiets West-und Nordeuropa hat sich die Wirtschaftsaktivitt nach dem 
ungewhnlich strengen Winter Anfang 2010 zum Teil deutlich belebt. Insbesondere in Deutschland 
und Schweden ist das Bruttoinlandsprodukt 2010 mit 3,6% bzw. 5,2% wieder stark gewachsen 
im Vergleich zu einem Rckgang um 4,7% bzw. 5,3% im Vorjahr. In Grobritannien sowie den 
weiteren Lndern des Konzerngebiets West- und Nordeuropa nahm die Wirtschaftsaktivitt 2010 
in moderatem Umfang zu. 

Corporate Governance


bilanziert Lagebericht 


Die Bauttigkeit in den Lndern des Konzerngebiets zeigte sich nach grtenteils starken Rckgngen 
2009 im Jahr 2010 uneinheitlich. Nach wetterbedingten Einbuen im ersten Quartal verbesserten 
sich die Aktivitten im Bausektor und die Baustoffabstze in den Folgemonaten zunehmend. Aufgrund 
des frhen Wintereinbruchs gegen Ende des Jahres lag jedoch die Baustoffnachfrage trotz 
erkennbarer wirtschaftlicher Erholung in einigen Mrkten unter der des Vorjahres. 

In Deutschland erhhten sich die Bauinvestitionen 2010 im Vorjahresvergleich um 2,8%. Dieser 
Anstieg ist auf Zuwchse im Wohnungsbau und im ffentlichen Bau zurckzufhren, dem ein leichter 
Rckgang im gewerblichen Bau gegenberstand. Grobritannien verzeichnete 2010 ebenfalls wieder 
eine um ber 6% gestiegene Bauttigkeit, die insbesondere durch den Wohnungsbau angetrieben 
wurde. Dieser wuchs um rund 30% nach einem historischen Tiefstand im Jahr 2009. Whrend 
die Infrastrukturinvestitionen ebenfalls Zuwchse durch die wirtschaftlichen Frderprogramme 

HeidelbergCement 


erfuhren, war der Wirtschaftsbau rcklufig. In Schweden und Norwegen hat sich die Bauttigkeit 
im Geschftsjahr ebenfalls wieder leicht erholt. Fr die Bauwirtschaft in den Niederlanden und 
Belgien war 2010 hingegen ein weiteres schwieriges Jahr mit einem Rckgang von 8% bzw.1%. 

In den baltischen Staaten und in Dnemark ging die Bauttigkeit ebenfalls zurck. 

Weitere Informationen 


51 

2 
Geschftsbereich Zement 

Whrend der Zementverbrauch in Deutschland im Jahr 2010 um rund 3% unter dem Vorjahresniveau 
blieb, lagen die Zementverkufe in Grobritannien rund 4% ber dem Vorjahr. Der Zement- und 
Klinkerversand des Konzerngebiets nahm insgesamt um 6,3% auf 19,7 (i.V.: 21,0) Mio t ab. Unsere 
nordeuropischen Werke in Estland und Schweden trotzten mit einer deutlichen Steigerung ihres 
Zementabsatzes im Inland der Krise am besten. Damit gelang es ihnen, den Rckgang des Klinkerabsatzes 
und im Fall von Schweden der Zementexporte mehr als auszugleichen. Die deutschen 
Werke hingegen mussten im Vergleich zum Vorjahr Verluste im Inlandsabsatz hinnehmen. Der 
rcklufige Trend in Deutschland wurde durch eine deutliche Abnahme der Exporte noch etwas 
verstrkt. Bei geringeren Gesamtmengen im Marktgebiet Benelux war der Zementabsatz im Inland 
relativ stabil, wohingegen Zementexporte und Klinkerabsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich 
nachlieen. In Grobritannien lag unser Zementabsatz leicht ber der allgemeinen Marktentwicklung, 
allerdings ging der Verkauf von gemahlenem Httensand sprbar zurck. Dnemark musste 
prozentual die signifikantesten Absatzeinbuen im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Der Umsatz 
des Geschftsbereichs Zement nahm leicht um 1,5% auf 1.618 (i.V.: 1.594) Mio EUR zu. 

Im Bereich der Investitionen herrschte strikte Ausgabenkontrolle. So beschrnkten wir uns grtenteils 
auf Verbesserungen der Einsatzmglichkeiten von Sekundrbrennstoffen. In Belgien haben wir 
im Sommer eine neue hochleistungsfhige Anlage zur Aufbereitung von Sekundrbrennstoffen in 
Betrieb genommen. Auch in unseren norwegischen Werken haben wir in die Anlagen zum Verbrennen 
von Sekundrbrennstoffen investiert. Aufgrund geringer Auslastung und einem erwarteten 
Anstieg des Reparatur- und Investitionsbedarfs wurde das Zementwerk in Wetzlar zum Jahresende 
2010 geschlossen. 

Geschftsbereich Zuschlagstoffe 

Im Konzerngebiet West- und Nordeuropa betreibt HeidelbergCement ein ausgedehntes Netz an 
Produktionssttten. Insgesamt lag der Zuschlagstoffabsatz bei einem leichten Minus von 1,1 % mit 68,8 
(i.V.: 69,6) Mio t annhernd auf Vorjahresniveau. In unserem grten Marktgebiet Grobritannien 
verzeichneten wir einen leichten Absatzanstieg gegenber dem Vorjahr. Whrend in Deutschland 
und Schweden die Verkufe von Zuschlagstoffen annhernd stabil blieben und in den baltischen 
Lndern sogar im zweistelligen Bereich zunahmen, lagen die Mengen in den Marktgebieten Benelux 
und Norwegen deutlich unter denen des Vorjahrs. Der Umsatz des Geschftsbereichs Zuschlagstoffe 
stieg insgesamt um 5,0% auf 770 Mio EUR (i.V.: 734). 

Auch im Bereich Zuschlagstoffe herrschte Ausgabenkontrolle bei den Investitionen. Im Wesentlichen 
beschrnkten sich die Investitionen auf den Ausbau der Aktivitten an den Standorten Riksten 
in Schweden und Jelsa, dem grten Steinbruch in Norwegen, den Erwerb von Grundstcken 
fr eine Sandgrube in Uivermeertjes, Niederlande, und die Erhhung unserer Beteiligung am 
Zuschlagstoffunternehmen Carrires dAntoing in Belgien. In Deutschland haben wir uns von vier 
Standorten getrennt. Auerdem fhrte eine strategische berprfung unseres Zuschlagstoffgeschfts 
in Schottland zum Verkauf von zwei Produktionssttten. 

Geschftsbereich Bauprodukte 

Der Geschftsbereich Bauprodukte umfasst im Wesentlichen die Bauprodukte von Hanson in 
Grobritannien; hinzu kommen noch die hauptschlich auf Deutschland konzentrierten Sparten 
Kalk und Kalksandstein. Die Produkte des Geschftsbereichs Bauprodukte werden vor allem im 
Wohnungsbau eingesetzt. Hanson ist in Grobritannien der grte Hersteller von Mauerziegeln 
und Leichtmauerblcken. 

52 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Whrend der Absatz von Mauerziegeln, Mauerblcken und Betonpflaster weiterhin unter dem Vorjahr 
blieb, konnten die Sparten Betonfertigteile und Leichtmauerblcke Mengenzuwchse erzielen. 
Insgesamt verringerte sich der Umsatz des Geschftsbereichs Bauprodukte um 17,1% auf 433 
(i.V.: 523) Mio EUR. Dank frhzeitig eingeleiteter Kapazittsanpassungen und Kostensenkungsmanahmen 
erzielte der Geschftsbereich Bauprodukte allerdings einen beachtlichen Ergebnisanstieg. 

Geschftsbereich Beton-Service-Sonstiges 

Zu diesem Geschftsbereich gehrt insbesondere unser Transportbeton-und Asphaltgeschft. Whrend 
wir ein dichtes Netz an Transportbetonwerken in weiten Teilen des Konzerngebiets haben, 
beschrnkt sich das Asphaltgeschft grtenteils auf Grobritannien. Fr das Jahr 2010 lagen die 
Lieferungen von Transportbeton mit 11,7 (i.V.: 12,2) Mio cbm um 3,4% hinter dem Vorjahr zurck. 
Whrend insbesondere unsere Produktionssttten in Schweden, den baltischen Lndern, Grobritannien 
und Norwegen ihre Lieferungen erhhen konnten, gingen sie in Deutschland und Benelux 
betrchlich zurck. Der Absatz der Asphaltsparte blieb mit 3,4 (i.V.: 3,6) Mio t -das entspricht einem 

Zusammengefasster 


Minus von 4,6% - ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. Der Gesamtumsatz des Geschftsbereichs 
Beton-Service-Sonstiges stieg 2010 leicht um 0,4% auf 1.560 (i.V.: 1.554) Mio EUR. 

Investitionen erfolgten vor allem im Transportbetongeschft. Whrend wir in Norwegen, Belgien 
und den Niederlanden in einzelne neue Werke investierten, legten wir aufgrund schwacher lokaler 
Nachfrage einige Werke in Grobritannien vorbergehend still. 

Umsatz und Ergebnis 

Der Umsatz im Konzerngebiet West- und Nordeuropa nahm leicht um 1,0% auf 3.811 (i.V.: 3.848) 
Mio EUR ab. Operativ, d.h. ohne Bercksichtigung von Konsolidierungs- und Whrungseffekten, 
verringerteer sich um3,9%. Das operativeErgebnis vor Abschreibungen erreichte mit683(i.V.:687) 
Mio EUR annhernd wieder das Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis ging um 6,4% auf 407 

Corporate Governance


bilanziert Lagebericht 


(i.V.: 435) Mio EUR zurck. 

Wichtige Kennzahlen West- und Nordeuropa 
Mio EUR 2009 2010 
Operatives Ergebnis 435 407 
Investitionen in Sachanlagen 248 178 
Zement- und Klinkerabsatz in Mio t 21,0 19,7 
Zuschlagstoffabsatz in Mio t 69,6 68,8 
Asphaltabsatz in Mio t 3,6 3,4 
Transportbetonabsatz in Mio cbm 12,2 11,7 
Mitarbeiter am 31. Dezember 14.640 14.302 
HeidelbergCement 


Umsatz West- und Nordeuropa 2010: 3.811 Mio EUR 


Weitere Informationen 


36,9 
% 
Zement 
17,6 
% 
Zuschlagstoffe 
9,9 
% 
Bauprodukte 
35,6 
% 
Beton-Service-Sonstiges 


53 

2 
Osteuropa-Zentralasien 

HeidelbergCement ist im Konzerngebiet Osteuropa-Zentralasien in elf Lndern ttig. In den meisten 
dieser Wachstumsmrkte ist das Unternehmen nicht nur Marktfhrer im Zementbereich, sondern 
baut seine Stellung durch Kapazittserweiterung auch kontinuierlich aus. Steigende Bedeutung 
haben auch die Frderung von Zuschlagstoffen und die Herstellung von Transportbeton. Polen ist 
gemessen am Umsatz unser grtes Marktgebiet in Osteuropa-Zentralasien. Dort sind wir sowohl 
im Zement- als auch im Zuschlagstoff- und Transportbetongeschft vertreten. 

Nach den zum Teil dramatischen Wachstumseinbrchen 2009 erholen sich die meisten Volkswirtschaften 
im Konzerngebiet zgerlich. Osteuropa-Zentralasien wurde als letztes Konzerngebiet von 
der Wirtschaftskrise erfasst und ist nun das letzte Gebiet, das sich davon erholt. Am besten haben 
Kasachstan und Georgien mit Wachstumsraten von 7% und 5,5% der Wirtschaftskrise getrotzt. In 
Polen wird fr 2010 ein Wirtschaftswachstum von 3,8 % erwartet, in der Tschechischen Republik 
von 2,4%. Das Schlusslicht bildet Rumnien mit -1,9%. Auch die Bauaktivitten sind deutlich 
beeintrchtigt. Insbesondere in Ungarn und der Tschechischen Republik sind die Mrkte noch 
schwach. Dagegen verzeichnete Polen ein robustes Wachstum. In der zweiten Jahreshlfte 2010 
gewann die dortige Bauwirtschaft, vor allem aufgrund von Infrastrukturprojekten im Straenbau, 
zunehmend an Fahrt. 

Geschftsbereich Zement 

Abgesehen von Kroatien und der Slowakischen Republik produziert HeidelbergCement in allen 
anderen Lndern des Konzerngebiets Osteuropa-Zentralasien Klinker und Zement. Insgesamt nahmen 
die Zement- und Klinkerlieferungen des Konzerngebiets 2010 um 9,8% auf 14,2 (i.V.: 15,7) 
Mio t ab. Konsolidierungseffekte ergaben sich mageblich aus der Umstellung der Aktivitten in 
Ungarn und Bosnien-Herzegowina von der Vollkonsolidierung auf eine quotale Einbeziehung Ende 
2009 und den Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an einem Zementunternehmen in Russland Ende 
2010. Bereinigt um diese Konsolidierungseffekte betrug das Minus im Vergleich zum Vorjahr 5,5 %. 

Whrend der Zementabsatz insbesondere in Ungarn stark zurckging und auch in der Tschechischen 
Republik und in Bosnien-Herzegowina noch deutlich unter dem Vorjahr blieb, stieg er in der Ukraine, 
Georgien und Kasachstan sprbar an. Im Gesamtjahr lagen die Zementverkufe in Polen zwar 
unter denen von 2009, aber in der zweiten Jahreshlfte war, abgesehen vom witterungsbedingt 
schwachen Absatz im Dezember, eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen. Dieser 
positive Trend ist vor allem auf zahlreiche Infrastrukturprojekte zurckzufhren. In Russland lag der 
Absatz ber dem Vorjahr, whrend er in Rumnien leicht unter dem Vorjahr blieb. Der Umsatz des 
Geschftsbereichs Zement nahm um 13,6% auf 865 (i.V.: 1.001) Mio EUR ab. 

Im Jahr 2010 fand ein Groteil der Investitionen in Russland statt. Wir haben die Mehrheit am 
Unternehmen CJSC Construction Materials erworben, das ein modernes Zementwerk mit einer 
Kapazitt von 2 Mio t in Sterlitamak in der Republik Baschkortostan betreibt. Der Produktionsstandort 
mit 600 Mitarbeitern befindet sich in einer der wichtigsten Investitionsgegenden Russlands. 

Der Neubau des Zementwerks TulaCement schritt 2010 planmig voran. Das Werk mit einer 
Zementkapazitt von ca. 2 Mio t wird voraussichtlich Ende Mai 2011 fertig gestellt. Von dort werden 
wir knftig den Groraum Moskau, den grten Zementmarkt Russlands, mit Zement beliefern. 

Die Kapazittserweiterung im polnischen Zementwerk Grazdze lag 2010 ebenfalls im Plan. Die 
erste Phase des Projektes mit einer Erweiterung der Klinkerkapazitt des Werks um etwa 30% auf 

12.000 t Klinker pro Tag wird voraussichtlich Mitte 2011 abgeschlossen. Die zweite Phase des 
54 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Projektes umfasst den Bau einer neuen Zementmhle und soll bis 2012 durchgefhrt werden. 
Insgesamt wird damit die Zementkapazitt des Werks um 1,2 Mio t auf 5,3 Mio t erhht. 

Abgesehen von Kapazittserweiterungen haben wir im Konzerngebiet Osteuropa-Zentralasien in 
mehreren Marktgebieten in die Verbesserung des Umweltschutzes investiert. So haben wir unter 
anderem in unseren Zementwerken in Kasachstan, Georgien und der Ukraine neue Filteranlagen 
in Betrieb genommen. 

Geschftsbereich Zuschlagstoffe 

Im Geschftsbereich Zuschlagstoffe ist HeidelbergCement hauptschlich in der Tschechischen 
Republik, in Polen, Russland, Ungarn und Rumnien ttig. Insgesamt lagen die Lieferungen von 
Zuschlagstoffen im Jahr 2010 im Konzerngebiet mit 20,1 (i.V.: 21,3) Mio t um 5,7% unter dem 
Vorjahr. Der Absatzrckgang bei den Zuschlagstoffen hat sich jedoch ber das Jahr kontinuierlich 
verlangsamt. 

Zusammengefasster 


Unsere polnischen Zuschlagstoffwerke verzeichneten seit dem Frhjahr eine erfreuliche Absatzentwicklung 
und konnten die Vorjahreslieferungen berschreiten. In Russland stieg unser Zuschlag


stoffabsatz aufgrund der starken Nachfrage und der erstmaligen Konsolidierung des Steinbruchs 
Strelitsa in Woronesch deutlich. Dagegen lag der Absatz von Zuschlagstoffen in der Tschechischen 
Republik, in Ungarn und Rumnien unter dem des Vorjahrs. Der Umsatz des Geschftsbereichs 
Zuschlagstoffe verbesserte sich um 3,0% auf 125 (i.V.: 121) Mio EUR. 

Investitionen im Bereich Zuschlagstoffe beschrnkten sich im Wesentlichen auf den Zukauf von 
Grundstcken zur Sicherung von Reserven in der Tschechischen Republik. 

Geschftsbereich Beton-Service-Sonstiges 

Im Transportbetongeschft hat HeidelbergCement ein dichtes Netz an Werken. Unsere Haupt-

Corporate Governance


marktgebiete befinden sich allerdings in der Tschechischen Republik und in Polen. Der Transportbetonabsatz 
in Osteuropa-Zentralasien verringerte sich 2010 gegenber dem Vorjahr um 4,5% auf 
3,9 (i.V.: 4,0) Mio cbm aufgrund der bereits oben genannten Vernderung in der Konsolidierung 
von Ungarn und Bosnien-Herzegowina. Ohne Bercksichtigung dieses Effekts wurde ein Zuwachs 

bilanziert Lagebericht 


von 2,3% erzielt. 

Whrend der Absatz von Transportbeton in der Tschechischen sowie in der Slowakischen Republik 
und in Ungarn 2010 unter dem Vorjahr blieb, konnte in Polen ein deutlicher Mengenanstieg 
erzielt werden. Erfreulich haben sich auch die Lieferungen in Rumnien, Georgien und Kasachstan 
entwickelt. Mit 241 (i.V.: 256) Mio EUR nahm der Umsatz des Geschftsbereichs Beton-Service-
Sonstiges im Jahr 2010 um 5,8% ab. 

Die Investitionen im Jahr 2010 beschrnkten sich auf die bernahme eines Transportbetonwerks 
in Rumnien sowie den Verkauf unseres Transportbetongeschftes in St. Petersburg in Russland. 
Darber hinaus reagierten wir auf die anhaltend schwache Nachfrage in Ungarn mit der Stilllegung 
einiger Transportbetonwerke. 

Umsatz und Ergebnis 

Der Umsatz im Konzerngebiet Osteuropa-Zentralasien nahm insgesamt um 11,2% auf 1.138 (i.V.: 
1.282) Mio EUR ab. Bereinigt um Whrungs- und Konsolidierungseffekte verringerte sich der 
Umsatz auf Jahresbasis um 11,8%. Negative Konsolidierungseffekte aus der Umstellung unserer 
Aktivitten in Ungarn und Bosnien-Herzegowina von Vollkonsolidierung auf quotale Einbeziehung 

HeidelbergCement 


Weitere Informationen 


55 

2 
Ende 2009 wurden durch positive Wechselkurseffekte ausgeglichen. Das operative Ergebnis vor 
Abschreibungen lag mit 299 (i.V.: 361) Mio EUR um 17,3% unter dem Vorjahr. Ohne Bercksichtigung 
von Konsolidierungs- und Whrungseffekten betrug der Rckgang 16,4%. Das operative 
Ergebnis ging um 23,1% auf 203 (i.V.: 263) Mio EUR zurck. 

Wichtige Kennzahlen Osteuropa-Zentralasien 
Mio EUR 2009 2010 
Operatives Ergebnis 263 203 
Investitionen in Sachanlagen 270 202 
Zement- und Klinkerabsatz in Mio t 15,7 14,2 
Zuschlagstoffabsatz in Mio t 21,3 20,1 
Transportbetonabsatz in Mio cbm 4,0 3,9 
Mitarbeiter am 31. Dezember 9.481 9.959 
Umsatz Osteuropa-Zentralasien 2010: 1.138 Mio EUR 


70,3 
% 
Zement 
10,1 
% 
Zuschlagstoffe 
19,6 
% 
Beton-Service-Sonstiges 


Nordamerika 

Die Vereinigten Staaten und Kanada bilden das Konzerngebiet Nordamerika. In seinem grten 
Marktgebiet gehrt HeidelbergCement zu den fhrenden Herstellern von Zuschlagstoffen, Zement, 
Transportbeton, Asphalt und Bauprodukten. 

Die US-Wirtschaft ist 2010 wieder leicht um 2,8% gewachsen gegenber einem Rckgang um 
2,6% im Jahr zuvor. Allerdings haben sich der Schwung und Optimismus zu Jahresbeginn gegen 
Ende 2010 abgeschwcht. Die Auswirkungen der Rezession, die anhaltend hohe Arbeitslosenzahl 
und die Haushaltsdefizite der US-Bundesstaaten beeintrchtigten insbesondere die Bauwirtschaft. 
Der Wohnungsbau ist ausgehend von einem niedrigen Niveau nur leicht um 2,9% gestiegen. 
ber drei Millionen Zwangsvollstreckungen und ein groer Leerstand belasteten die Preise und 
Neubauttigkeit. Besonders betroffen war der Westen der USA. Der Nicht-Wohnungsbau ist noch 
einmal deutlich um 32% zurckgegangen. Auch der ffentliche Bau, der in der ersten Jahreshlfte 
mageblich durch das staatliche Konjunkturprogramm vorangetrieben wurde, ging in der zweiten 
Jahreshlfte deutlich zurck und blieb insgesamt auf Vorjahresniveau. Grund dafr waren sinkende 
Steuereinnahmen und die Nicht-Erneuerung des staatlichen Straenbauprogramms Federal Highway 
Bill, die die Planung und Realisierung von Bauvorhaben verzgerten. 

Kanadas Bruttoinlandsprodukt stieg im Jahr 2010 um rund 2,9%. Die Bauttigkeit, die vor allem vom 
Wohnungsbau und staatlichen Konjunkturprogrammen gefrdert wurde, schwchte sich hnlich wie 
in den USA in der zweiten Jahreshlfte etwas ab. Allerdings stieg in unseren Hauptmarktgebieten 
in der Provinz British Columbia sowie in Edmonton in der Provinz Alberta der Wohnungsbau um 
40%; der Wirtschaftsbau verbesserte sich nur leicht. 

56 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Geschftsbereich Zement 

Whrend der Zementverbrauch in den USA mit rund 71 Mio t auf dem Vorjahresniveau blieb, 
nahm er in Kanada insgesamt um 10,3% auf 8,8 Mio t zu. Fr 2011 erwartet der amerikanische 
Zementverband PCA in den USA und in Kanada einen Anstieg im niedrigen einstelligen Bereich. 

Der Zement- und Klinkerabsatz unserer Werke in Nordamerika erreichte mit 10,0 (i.V.: 10,1) Mio t 
wieder fast das Vorjahresniveau. Whrend die Produktionssttten in Kanada erfreuliche Zuwchse 
erreichten, gingen unsere Lieferungen in den USA, mit Ausnahme der Region Sd, etwas zurck. 
Der Absatz unserer beiden Weizementwerke hat sich ebenfalls gegenber 2009 leicht verringert. 
Der Umsatz des Geschftsbereichs Zement nahm leicht um 3,7% auf 883 (i.V.: 851) Mio EUR zu. 
In Landeswhrung ging er etwas zurck. Trotz sinkender Nachfrage und steigendem Preisdruck 
konnten wir mit strikter Kostenkontrolle, angepassten Produktionsplnen und dem Fokus auf die 
Generierung liquider Mittel unser Ergebnis deutlich verbessern. 

Zusammengefasster 


Strikte Ausgabenkontrolle herrschte auch im Bereich der Investitionen. Im Zementwerk Leeds/ 
Alabama haben wir ein neues Zementsilo mit einem Fassungsvermgen von 20.000 t und einer 
hochmodernen, schnellen und effizienten Verladeanlage in Betrieb genommen. In unseren Wer


ken in Union Bridge/Maryland, York/Pennsylvania, Mason City/Iowa, Glens Falls/New York und 
Mitchell/Indiana haben wir Vorbereitungen getroffen, um den Einsatz von Sekundrbrennstoffen 
auf Klrschlamm und andere aufbereitete Abfallstoffe auszuweiten. Unsere beiden kalifornischen 
Werke Redding und Tehachapi wurden fr ihre exzellente Energieeffizienz mit dem prestigetrchtigen 
2010 Energy Star der amerikanischen Umweltschutzbehrde EPA ausgezeichnet. 

Geschftsbereich Zuschlagstoffe 

HeidelbergCement verfgt in den USA und im Westen Kanadas ber ein dichtes Netz an Produktionssttten. 
Insgesamt stieg der Absatz gegenber dem Vorjahr um 2,9% auf 105,0 (i.V.: 102,1) 

Corporate Governance


Mio t. Das strkste Plus erreichten unsere Betriebssttten in Kanada, aber auch die meisten Marktgebiete 
in den USA konnten Zuwchse verzeichnen. Der Umsatz des Geschftsbereichs Zuschlagstoffe 
stieg insgesamt um 11,6% auf 921 (i.V.: 825) Mio EUR. 

Unsere Frdersttte Sechelt in British Columbia ist das erste Zuschlagstoffwerk, das 2010 den an


bilanziert Lagebericht 


gesehene British Columbia Jake McDonald Mine Reclamation Award erhielt fr innovative und 
umfassende Umweltschutz- und Rekultivierungsmanahmen. 

Geschftsbereich Bauprodukte 

Zum Geschftsbereich Bauprodukte gehrt unter anderem die Fertigung von Betonrohren, Betonfertigteilen, 
Betonpflaster und -dachsteinen sowie Ziegelsteinen. 

2010 war ein weiteres schwieriges Jahr fr die Bauprodukte aufgrund ihrer hohen Abhngigkeit vom 
Wohnungsbau. Dabei waren einige Produkte strker betroffen als andere. Hhere Mengeneinbuen 
erfuhren insbesondere die Bereiche Betonfertigteile und Dachsteine. Der Absatz von Betonrohren 
und Pflastersteinen war ebenfalls insgesamt schwcher als 2009, wohingegen die Produktbereiche 
Druckrohre und Ziegelsteine knapp an die Vorjahresmengen heranreichen konnten. 

Insgesamt verringerte sich der Umsatz des Geschftsbereichs Bauprodukte um 2% auf 707 (i.V.: 
721 ) Mio EUR. In Landeswhrung fiel der Rckgang noch hher aus. Dank intensiver Einsparungen 
bei den Vertriebs- und Verwaltungskosten konnten wir aber unser operatives Ergebnis vor 
Abschreibungen deutlich verbessern. 

HeidelbergCement 


Weitere Informationen 


57 

2 
Geschftsbereich Beton-Service-Sonstiges 

Zu diesem Geschftsbereich gehrt insbesondere unser Transportbeton-und Asphaltgeschft. 
Whrend wir in unserem Konzerngebiet ber ein ausgedehntes Netz an Transportbetonwerken 
verfgen, ist unsere Asphaltproduktion hauptschlich auf New York und Pennsylvania sowie auf 
Kalifornien konzentriert. 

Der vom Wohnungsbau stark abhngige Transportbetonabsatz ist gegenber 2009 um 4,2% auf 5,4 
(i.V.: 5,7) Mio cbm zurckgegangen. Mit Ausnahme der Region Nord, die ein leichtes Absatzplus 
erreichte, waren alle anderen Marktgebiete rcklufig. 

Der Asphaltabsatz profitierte hingegen von den Konjunkturprogrammen fr den Straenbau. Er 
stieg im Berichtsjahr in den beiden Marktgebieten, in denen wir ttig sind, um insgesamt 5% auf 
3,7 (i.V.: 3,5) Mio t. 

Der Gesamtumsatz des Geschftsbereichs Beton-Service-Sonstiges nahm 2010 um 7,4% auf 849 
(i.V.: 790) Mio EUR zu. 

Umsatz und Ergebnis 

Der Gesamtumsatz im Konzerngebiet Nordamerika stieg um 4,9% auf 3.033 (i.V.: 2.892) Mio 
EUR. In der Landeswhrung lag er mit 4.023 (i.V.: 4.032) Mio USD in etwa auf Vorjahresniveau. 
Aufgrund unserer intensiven Kostensparmanahmen, insbesondere im Rahmen des erfolgreichen 
WIN NAM-Projekts zur Effizienzsteigerung in Vertrieb und Verwaltung, konnte allerdings das 
operative Ergebnis vor Abschreibungen um 31,6% auf 448 (i.V.: 340) Mio EUR erhht werden; 
25,2% waren es in der Landeswhrung. Das operative Ergebnis hat sich mit 188 (i.V.: 86) Mio EUR 
sogar mehr als verdoppelt. Das Gleiche trifft auch fr das operative Ergebnis in Landeswhrung zu. 

Wichtige Kennzahlen Nordamerika 
Mio EUR 2009 2010 
Operatives Ergebnis 86 188 
Investitionen in Sachanlagen 152 146 
Zement- und Klinkerabsatz in Mio t 10,1 10,0 
Zuschlagstoffabsatz in Mio t 102,1 105,0 
Asphaltabsatz in Mio t 3,5 3,7 
Transportbetonabsatz in Mio cbm 5,7 5,4 
Mitarbeiter am 31. Dezember 12.601 11.899 
Umsatz Nordamerika 2010: 3.033 Mio EUR 


26,3 
% 
Zement 
27,4 
% 
Zuschlagstoffe 
21,0 
% 
Bauprodukte 
25,3 
% 
Beton-Service-Sonstiges 


58 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Asien-Pazifik 

Das Konzerngebiet Asien-Pazifik umfasst sieben asiatische Lnder und Australien. In den meisten 
asiatischen Wachstumslndern liegt der Schwerpunkt auf der Zementproduktion. Insbesondere 
in Indien, Indonesien und Bangladesh werden die Zementkapazitten derzeit deutlich ausgebaut. 
In Malaysia und Hongkong hat HeidelbergCement eine starke Marktstellung bei Zuschlagstoffen 
und Transportbeton. In Australien verfgt HeidelbergCement mit einem dichten Netz an Produktionssttten 
ber bedeutende Marktstellungen bei Transportbeton und Zuschlagstoffen. Auerdem 
halten wir eine Beteiligung an dem grten Zementunternehmen in Australien. 

Die Schwellenlnder Asiens setzten auch 2010 ihren Wachstumskurs fort. In China nahm das Bruttoinlandsprodukt 
um 10,3% zu. Auch in Indien, Indonesien und Bangladesh hielt die wirtschaftliche 
Dynamik an. So wuchs 2010 die Wirtschaftsleistung in Indien um 9,8 % und in Indonesien und 
Bangladesh um circa 6%. Sorgen bereiten allerdings in den asiatischen Volkswirtschaften die 
merklich gestiegenen Verbraucherpreise. Australien verzeichnete 2010 ein Wirtschaftswachstum 
von 2,7%, das von dem staatlichen Konjunkturprogramm und der starken Rohstoffnachfrage aus 
China angetrieben wurde. 

Geschftsbereich Zement 

Die Zement- und Klinkerlieferungen des Konzerngebiets Asien-Pazifik stiegen 2010 um insgesamt 
4,3% auf 26,6 (i.V.: 25,5) Mio t. 

In Indonesien profitierte unsere Tochtergesellschaft Indocement von der anhaltend starken Bauttigkeit 
insbesondere im Wohnungsbau. Der inlndische Zementverbrauch stieg 2010 um 6,2% 
gegenber dem Vorjahr. Der Inlandsabsatz von Indocement erhhte sich um 8,5%. Aufgrund der 
starken Inlandsnachfrage wurden die margenschwcheren Exportlieferungen um 35% reduziert. 
Insgesamt nahm der Zement- und Klinkerabsatz um 3,2% auf 13,9 (i.V.: 13,5) Mio t zu. Im Werk 

Zusammengefasster 


Corporate Governance


Cirebon haben Ende August 2010 zwei neue Zementmhlen mit einer Gesamtmahlkapazitt von 
1,5 Mio t die Produktion aufgenommen; Indocement verfgt nun ber eine Zementkapazitt von 
18,6 Mio t. Indocement geht davon aus, dass der indonesische Zementverbrauch auch in Zukunft 
weiter steigen wird. Deshalb ist die Errichtung einer weiteren Zementmahlanlage im Werk Citeureup 

mit 2 Mio t Kapazitt geplant; der Baubeginn ist fr 2011 und die Inbetriebnahme fr Anfang 2013 
vorgesehen. 

In China ist HeidelbergCement mit den beiden Gemeinschaftsunternehmen China Century Cement 
und Jidong Heidelberg Cement Company in den Provinzen Guangdong und Shaanxi vertreten. 
Trotz des Auslaufens des staatlichen Konjunkturprogramms verzeichneten beide Provinzen im Jahr 
2010 eine lebhafte Bauttigkeit. Hierzu trugen die gute wirtschaftliche Entwicklung, die Asienspiele 
in Guangzhou, der Hauptstadt von Guangdong, und staatliche Wirtschaftsfrderungsprogramme 
in Shaanxi (unter anderem 10-Jahres Go-West-Plan) bei. Trotz des starken Wettbewerbs in 

HeidelbergCement 


bilanziert Lagebericht 


Guangdong konnte der Rckgang unserer Klinkerproduktion aufgrund der Schlieung des unrentablen 
Werks Huadu im Januar 2010 durch Produktionssteigerungen in den anderen Werken 
sowie vermehrten Klinkerzukauf mehr als ausgeglichen werden, so dass der Gesamtabsatz unserer 

Gemeinschaftsunternehmen in China um 2,1% auf 7,3 (i.V.: 7,1) Mio t stieg. Zur weiteren Verbesserung 
der Energieeffizienz und der Ressourcenschonung wurde der Einsatz von Klrschlamm als 
Sekundrbrennstoff im Werk Guangzhou weiter erhht. Bis zu 600 t Klrschlamm pro Tag knnen 
nun unter Ausnutzung der Ofenabwrme getrocknet und dem Ofen als Brennstoff zugefhrt werden. 

Weitere Informationen 


59 

2 
In Indien betreibt HeidelbergCement im Sden und Westen sowie in Zentralindien zwei Zement- 
und drei Mahlwerke. Auch im Jahr 2010 ist das Bauvolumen aufgrund von Infrastrukturprojekten 
und Zuwchsen im lndlichen Wohnungsbau deutlich gestiegen. Jedoch fhrte die Inbetriebnahme 
neuer Zementproduktionskapazitten im zweiten Halbjahr zu Preisdruck insbesondere im Sden 
und Westen des Landes. Zustzlich beeintrchtigten schwere Regenflle im August und September 
sowie im November die Bauaktivitten in einigen unserer Marktgebiete. Der Gesamtabsatz unserer 
indischen Zementwerke ging daher leicht um 1,6% gegenber dem Vorjahr zurck. Aufgrund der 
guten Wachstumsperspektiven erweitern wir derzeit unsere Zementkapazitten in Zentralindien 
um 2,9 Mio t. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen in den Werken Damoh und Jhansi ist im 
ersten Quartal 2012 vorgesehen. HeidelbergCement wird dann in Indien ber eine Gesamtkapazitt 
von 6 Mio t verfgen. 

In Bangladesh erzielten wir einen deutlichen Absatz- und Ergebnisanstieg. Um von dem robusten 
Wachstum des Zementmarkts in Bangladesh zu profitieren, errichten wir derzeit im Mahlwerk 
Chittagong eine weitere Zementmhle mit einer Kapazitt von 0,8 Mio t; die Inbetriebnahme ist 
fr Ende 2011 vorgesehen. Auch im Sultanat Brunei haben unsere Zementlieferungen das Vorjahresniveau 
bei weitem bertroffen. Seit der bernahme von Hanson im Jahr 2007 halten wir 
in Australien eine 25%ige Beteiligung an dem Zementunternehmen Cement Australia, die quotal 
konsolidiert wird. 

Der Umsatz des Geschftsbereichs Zement stieg um 20,8% auf 1.547 (i.V.: 1.281) Mio EUR. 

Geschftsbereich Zuschlagstoffe 

Im Geschftsbereich Zuschlagstoffe ist HeidelbergCement in Australien, Malaysia, Indonesien und 
Hongkong vertreten. Insgesamt lagen unsere Zuschlagstofflieferungen mit 33,4 (i.V.: 33,5) Mio t 
annhernd auf dem Vorjahresniveau. In Australien, unserem bei weitem grten Markt in diesem 
Konzerngebiet, blieb der Absatz trotz der lang anhaltenden Regenflle im ersten Halbjahr und des 
Hochwassers in Queensland zum Jahresende stabil. Im Mai 2010 haben wir unsere Marktposition 
in Australien durch den Kauf des ausstehenden 50%-Anteils an unserem Joint Venture Pioneer 
North Queensland Pty Ltd weiter gestrkt. Das Unternehmen betreibt im Norden von Queensland 
zwei Sandgruben, zwei Steinbrche fr Hartgestein, ein Asphaltwerk und ein Transportbetonwerk. 
In Malaysia waren unsere Zuschlagstofflieferungen aufgrund der staatlichen Ausgabenkrzungen bei 
Infrastrukturprojekten rcklufig. Da ab 2011 eine Erholung der Aktivitten im Infrastrukturbereich 
erwartet wird, haben wir einen strategisch gnstig gelegenen Steinbruch im Bundesstaat Penang 
erworben. Mengenzuwchse konnten wir in Hongkong und besonders deutlich in Indonesien 
erzielen. Der Umsatz des Geschftsbereichs Zuschlagstoffe erhhte sich um 25,6% auf 446 (i.V.: 
355) Mio EUR. 

Geschftsbereich Bauprodukte 

HeidelbergCement betreibt drei Fertigteilwerke im Groraum Sydney und ein Fertigteilwerk in Singapur. 
Der Umsatz des Geschftsbereichs Bauprodukte wuchs um 18,5% auf 34 (i.V.: 28) Mio EUR. 

Geschftsbereich Beton-Service-Sonstiges 

Im Transportbetongeschft ist HeidelbergCement in Australien, Malaysia, Indonesien und China 
ttig. In Malaysia verfgen wir ber bedeutende Asphaltaktivitten. In Australien haben wir nach 
dem Verkauf der Asphaltsparte im Mai 2009 nur noch ein Asphaltwerk, das von Pioneer North 

60 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Queensland Pty Ltd (siehe Geschftsbereich Zuschlagstoffe) betrieben wird. Unsere Transportbetonlieferungen 
stiegen insgesamt um 4,9% auf 8,9 (i.V.: 8,5) Mio cbm. Hierzu trug insbesondere 
Indonesien mit einer zweistelligen Wachstumsrate bei, aber auch Australien und Malaysia erzielten 
Mengenzuwchse. Die Lieferungen unserer chinesischen Transportbetonwerke waren insgesamt 
leicht rcklufig: Whrend der Absatz in Hongkong zunahm, wurden die Lieferungen in Guangzhou 
durch die Fertigstellung mehrer Groprojekte und den von der Regierung whrend der Asienspiele 
angeordneten Baustopp beeintrchtigt. Der Rckgang des Asphaltabsatzes um 31,2% auf 1,6 (i.V.: 2,3) 
Mio t resultiert aus den verminderten Infrastrukturmanahmen in Malaysia und der Veruerung der 
Asphaltsparte in Australien im Vorjahr. Der Umsatz des Geschftsbereichs Beton-Service-Sonstiges 
nahm um 12,7% auf 881 (i.V.: 782) Mio EUR zu. 

Umsatz und Ergebnis 

Der Umsatz des Konzerngebiets Asien-Pazifik wuchs um 18,0% auf 2.609 (i.V.: 2.211) Mio EUR. 

Zusammengefasster 


Ohne Bercksichtigung von Konsolidierungs- und Whrungseffekten ergab sich ein Anstieg um 
1,9%. Der positive Whrungseffekt in Hhe von 389 Mio EUR resultiert im Wesentlichen aus der 
Abschwchung des Euro gegenber dem australischen Dollar und der indonesischen Rupiah, aber 

bilanziert Lagebericht 


auch gegenber der indischen Rupie und dem malaiischen Ringgit. Das operative Ergebnis vor 
Abschreibungen stieg um 17,4% auf 718 (i.V.: 612) Mio EUR. Ohne Bercksichtigung von Konsolidierungs- 
und Whrungseffekten lag es auf Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis erreichte mit 
586 (i.V.: 498) Mio EUR einen Zuwachs um 17,6%. Ohne Bercksichtigung von Konsolidierungs- 
und Whrungseffekten belief sich der Anstieg auf 0,6%. Die operative Marge  die hchste im 
Konzern  konnte auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten werden. 

Corporate Governance


Wichtige Kennzahlen Asien-Pazifik 
Mio EUR 2009 2010 
Operatives Ergebnis 498 586 
Investitionen in Sachanlagen 96 174 
Zement- und Klinkerabsatz in Mio t 25,5 26,6 
Zuschlagstoffabsatz in Mio t 33,5 33,4 
Asphaltabsatz in Mio t 2,3 1,6 
Transportbetonabsatz in Mio cbm 8,5 8,9 
Mitarbeiter am 31. Dezember 14.030 13.682 
Umsatz Asien-Pazifik 2010: 2.609 Mio EUR 

HeidelbergCement 



53,2 
% 
Zement 
15,3 
% 
Zuschlagstoffe 


1,2 
% 
Bauprodukte 
30,3 
% 
Beton-Service-Sonstiges 


Weitere Informationen 


61 

2 
Afrika-Mittelmeerraum 

In Afrika ist HeidelbergCement in acht Lndern sdlich der Sahara vertreten und produziert dort 
ausschlielich Zement. Unsere Standorte im Mittelmeerraum befinden sich in Spanien, Israel und 
der Trkei. In Spanien und Israel stellt HeidelbergCement hauptschlich Zuschlagstoffe und Transportbeton 
her. In der Trkei zhlt unser Joint Venture Akansa zu den fhrenden Zementherstellern 
des Landes; darber hinaus ist Akansa auch im Transportbeton- und Zuschlagstoffgeschft ttig. 

Die meisten afrikanischen Staaten sdlich der Sahara verzeichnen eine dynamische Wirtschaftsentwicklung 
und lebhafte Bauaktivitten. Solides Wirtschaftswachstum, steigende Bevlkerungszahlen, 
Urbanisierung und Infrastrukturmanahmen sind in diesen Lndern die Haupttreiber fr einen 
Anstieg der Bauttigkeit und der Zementnachfrage. Auch in der Trkei profitiert die Bauwirtschaft 
von der beraus positiven Konjunkturentwicklung; 2010 drfte die trkische Wirtschaft um rund 
8 % gewachsen sein. In Spanien hingegen sank das Bruttoinlandsprodukt 2010 um 0,1%. Die anhaltende 
Immobilienkrise, das Sparpaket der Regierung, das die Infrastrukturausgaben empfindlich 
gekrzt hat, und die Finanzknappheit der kommunalen und regionalen Verwaltungen haben die 
Baustoffnachfrage nochmals deutlich sinken lassen. Israel verzeichnete ein Wirtschaftswachstum 
von 3,8% und eine rege Bauttigkeit; der Infrastrukturbereich war allerdings rcklufig. 

Geschftsbereich Zement 

In Afrika sind unsere Zementlieferungen in allen Lndern mit Ausnahme von Benin deutlich gestiegen. 
In unserem Hauptmarkt Ghana trugen neu erschlossene Gas- und lfelder zum deutlichen 
Absatzanstieg bei. Auch unsere Werke in Sierra Leone, Tansania, Liberia und Togo erzielten 
beachtliche Zuwchse. Der Zementabsatz unserer afrikanischen Tochtergesellschaften erhhte sich 
um 12,7% auf 5,2 (i.V.: 4,6) Mio t. 

Aufgrund der guten Wachstumsaussichten hat HeidelbergCement seine Aktivitten in Afrika weiter 
ausgebaut. Im Mai 2010 haben HeidelbergCement und IFC, ein Mitglied der Weltbank-Gruppe, 
(gemeinsam mit weiteren Finanzpartnern von IFC) eine Vereinbarung unterzeichnet, um den 
Ausbau der Infrastruktur in den afrikanischen Lndern sdlich der Sahara durch die Erhhung des 
rtlichen Zementangebots voranzutreiben. IFC und deren Finanzpartner haben sich verpflichtet, 
eine Minderheitsbeteiligung am Afrikageschft von HeidelbergCement (indirekt) zu erwerben, und 
werden dafr bis zu 180 Mio USD einbringen. HeidelbergCement wird im Gegenzug diese Mittel 
in den Ausbau der Zementkapazitten in den Lndern sdlich der Sahara, die von der International 
Development Association (IDA) untersttzt werden, investieren. Die erste Tranche in Hhe von 
60 Mio USD wurde am 5. August 2010 eingebracht. Ein Teil des Anfangskapitals wird derzeit fr den 
Bau einer neuen Zementmhle in Liberia verwendet, deren Inbetriebnahme fr das erste Quartal 
2012 vorgesehen ist. Geplant ist auerdem der Bau einer neuen Zementmhle in Ghana und wir 
prfen die Optionen fr Kapazittserweiterungen in anderen afrikanischen Lndern. 

Im September 2010 hat HeidelbergCement eine Vereinbarung mit Forrest Group unterzeichnet, 
um die Produktionskapazitt fr Zement in der Demokratischen Republik Kongo auszubauen. Mit 
der neu vereinbarten Aktionrsstruktur hlt HeidelbergCement die Mehrheit am Zementgeschft 
von Forrest Group in dem zentralafrikanischen Land. HeidelbergCement hat Mehrheitsanteile von 
55% am Zementwerk Cimenterie de Lukala (CILU) in der Nhe der Hauptstadt Kinshasa sowie von 
70% an den beiden Werken Interlacs im Osten des Landes erworben. In der neuen Partnerschaft 

62 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
behlt Forrest Group 30% an den Werken. Die gesamte Zementkapazitt aller drei Werke liegt 
bei ber 500.000 t im Jahr und soll in den kommenden Jahren auf ber 1,4 Mio t erhht werden, 
um von der stark steigenden Inlandsnachfrage nach Zement zu profitieren. 

Begnstigt durch die rege Bauttigkeit in der Trkei nahm der Zementinlandsabsatz unseres Joint 
Ventures Akansa 2010 um ber 20% gegenber dem Vorjahr zu. Whrend die Zementexporte 
aufgrund der starken Nachfrage aus Westafrika ebenfalls deutlich stiegen, wurden die margenschwcheren 
Klinkerexporte zurckgefahren. Insgesamt erhhte sich der Zement- und Klinkerabsatz von 
Akansa um 14,5% auf 7,6 Mio t (konsolidierte Menge: 3,0 Mio t). Im Werk anakkale wurde 
2010 mit dem Bau eine Anlage zur Erzeugung von Strom aus Ofenabwrme begonnen, die noch 
2011 in Betrieb gehen wird. Die Anlage wird rund 30 % des gesamten Strombedarfs des Werkes 
decken und zu einer Senkung der CO2-Emissionen um 60.000 t fhren. 

Insgesamt stieg der Zement-und Klinkerabsatz im Konzerngebiet Afrika-Mittelmeerraum um 
13,3% auf 8,2 (i.V.: 7,3) Mio t; ohne die Bercksichtigung von Konsolidierungseffekten belief sich 
der Zuwachs auf 11,7%. Der Umsatz des Geschftsbereichs Zement erhhte sich um 16,5% auf 
647 (i.V.: 555) Mio EUR. 

Geschftsbereich Zuschlagstoffe 

Im Geschftsbereich Zuschlagstoffe ist HeidelbergCement in Spanien, Israel und der Trkei ttig. 
Insgesamt lag der Absatz von Zuschlagstoffen mit 14,3 (i.V.: 15,2) Mio t um 5,8% unter dem Vorjahresniveau. 
Der Rckgang resultiert aus der anhaltend schwachen Bauttigkeit in Spanien, wo 
unsere Zuschlagstofflieferungen nach dem starken Einbruch im Jahr 2009 abermals deutlich abnahmen. 
Ende des Jahres haben wir eine neue Frdersttte in der Nhe von Barcelona, unserem 
wichtigsten Markt in Spanien, erworben. Diese wird die Produktion in einem anderen Steinbruch 
ersetzen, fr den die Abbaugenehmigung Ende 2012 ausluft. In Israel profitierten unsere Zuschlagstoffaktivitten 
von der starken Nachfrage nach Transportbeton. Auch in der Trkei verzeichnete die 

Zusammengefasster 


Corporate Governance


bilanziert Lagebericht 


Zuschlagstoffsparte von Akansa aufgrund der lebhaften Bauttigkeit einen erfreulichen Mengenzuwachs. 
Insgesamt ging der Umsatz des Geschftsbereichs Zuschlagstoffe um 3,6% auf 85 (i.V.: 88) 
Mio EUR zurck. 

Geschftsbereich Beton-Service-Sonstiges 

HeidelbergCement verfgt in diesem Konzerngebiet ber bedeutende Transportbetonaktivitten 
in Spanien, Israel und der Trkei. Die Asphaltsparte hingegen ist nur in Israel vertreten. Die Transportbetonlieferungen 
stiegen 2010 insgesamt um 8,9% auf 5,0 (i.V.: 4,6) Mio cbm; deutliche 
Zuwchse in Israel und insbesondere in der Trkei konnten die Einbuen in Spanien mehr als ausgleichen. 
Aufgrund der schwachen Bauaktivitten in Spanien war eine weitere Anpassung unserer 
Transportbetonkapazitten im Raum Barcelona erforderlich. In Israel hingegen verzeichneten unsere 
Transportbetonlieferungen dank der starken Nachfrage einen zweistelligen Zuwachs. Noch strker 
stieg unser Absatz in der Trkei, wo die Transportbetonsparte von Akansa mittlerweile ber 35 
Werke verfgt. Unsere Asphaltsparte in Israel musste aufgrund der rcklufigen Bauttigkeit im 
Infrastrukturbereich deutliche Absatzeinbuen hinnehmen. Der Umsatz des Geschftsbereichs 
Beton-Service-Sonstiges stieg insgesamt um 5,9% auf 274 (i.V.: 258) Mio EUR. 

HeidelbergCement 


Weitere Informationen 


63 

2 
Umsatz und Ergebnis 

Insgesamt wuchs der Umsatz des Konzerngebiets Afrika-Mittelmeerraum um 12,0% auf 938 (i.V.: 
837) Mio EUR. Operativ, d.h. ohne Bercksichtigung von Konsolidierungs- und Whrungseffekten, 
belief sich der Anstieg auf 4,2%. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen erreichte mit 
156 (i.V.: 157) Mio EUR annhernd das Vorjahresniveau; ohne Bercksichtigung von Konsolidierungs- 
und Whrungseffekten war ein Rckgang um 4,7% zu verzeichnen. Das operative Ergebnis 
nahm um 3,9% auf 121 (i.V.: 126) Mio EUR ab; ohne Bercksichtigung von Konsolidierungs- und 
Whrungseffekten ging es um 6,7% zurck. Der Ergebnisrckgang ist im Wesentlichen durch die 
Mengenverluste und gesunkenen Verkaufspreise in Spanien geprgt. 

Wichtige Kennzahlen Afrika-Mittelmeerraum 
Mio EUR 2009 2010 
Operatives Ergebnis 126 121 
Investitionen in Sachanlagen 28 34 
Zement- und Klinkerabsatz in Mio t 7,3 8,2 
Zuschlagstoffabsatz in Mio t 15,2 14,3 
Asphaltabsatz in Mio t 0,6 0,4 
Transportbetonabsatz in Mio cbm 4,6 5,0 
Mitarbeiter am 31. Dezember 2.499 3.539 
Umsatz Afrika-Mittelmeerraum 2010: 938 Mio EUR 


64,3 
% 
Zement 
8,5 
% 
Zuschlagstoffe 
27,2 
% 
Beton-Service-Sonstiges 


Konzernservice 

Der Konzernservice umfasst die Aktivitten von HC Trading und HC Fuels. HC Trading ist eine 
der grten internationalen Handelsgesellschaften fr Zement und Klinker. Das Unternehmen ist 
ebenfalls zustndig fr den Kauf und die Lieferung von Kohle und Petrolkoks auf dem Seeweg an 
eigene Standorte und an andere Zementunternehmen weltweit. Unsere Tochtergesellschaft HC 
Fuels war 2010 unter anderem zustndig fr die Versorgung der konzerneigenen Standorte mit 
international eingekaufter Kohle und Petrolkoks auf dem Landweg. 

HC Trading 

Dank des weltweiten Handelsnetzes von HC Trading mit Niederlassungen in Malta, Istanbul, Singapur, 
Shanghai und Dubai knnen wir die Kapazittsauslastung unserer Werke besser steuern und 
die berschussproduktion aus einem Land in ein anderes mit hoher Nachfrage liefern. 

64 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Die allmhliche wirtschaftliche Erholung machte sich 2010 auch im internationalen Seehandel mit 
steigendem Frachtaufkommen bemerkbar. Der Handel von HC Trading mit Zement, Klinker und 
sonstigen Baustoffen wie Gips und Trockenmrtel stieg im Berichtsjahr um 13,8% auf 9,6 (i.V.: 8,4) 
Mio t. Whrend die Lieferungen von Zement auf dem Vorjahresniveau lagen, hat sich besonders 
der Klinkertransport 2010 deutlich erhht. Ein Groteil der eigenen Zement- und Klinkermengen 
wurde von HC Trading nach Afrika und Bangladesh geliefert. Die wichtigsten Lieferlnder waren 
Indonesien, die Trkei, Schweden und Norwegen. Die Lieferungen von Kohle und Petrolkoks, die 
HC Trading seit 2009 auf dem Seeweg durchfhrt, haben sich 2010 mit 2,6 (i.V.: 0,9) Mio t bereits 
fast verdreifacht. 

Insgesamt gelang es HC Trading, 2010 auch auerhalb des Konzerns neue Kunden in Afrika, Sdamerika, 
dem Mittelmeerraum und Asien zu gewinnen. Die Lieferungen an bisherige Kunden in 
Nordafrika, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Senegal, Taiwan und Indien haben sich 
gegenber dem Vorjahr ebenfalls deutlich erhht. Mehr als 900 Schiffe unterschiedlichster Gre 

Zusammengefasster 


transportierten die Waren hauptschlich auf den Hauptseerouten von Asien, dem Mittelmeerraum 
und Kontinentaleuropa zu ihren Bestimmungsorten in Afrika, dem Mittleren Osten und Sdamerika. 

HC Trading betreibt auerdem zwei Schwimmterminals, die ausgestattet sind, um ber 500.000 t 
Zement zu entladen, zu verpacken, zu lagern und auszuliefern. Auf diese Weise kann HC Trading 
bei zustzlichem Zementbedarf seiner Kunden schnell und effizient reagieren. 

HC Fuels 

Als energieintensives Unternehmen hat HeidelbergCement einen hohen Bedarf an Brennstoffen 
wie Kohle, Petrolkoks, Diesel und Gas sowie an elektrischer Energie. Unsere Tochtergesellschaft 
HC Fuels war bisher mitverantwortlich fr die Optimierung der Energiekosten im Konzern. Das 
Unternehmen beobachtete dafr die Entwicklung auf den internationalen Rohstoffmrkten und 
deren Auswirkungen auf lokale Mrkte und ermittelte den Brennstoffbedarf im Konzern. Um den 

Corporate Governance


gesamten Energieeinkauf konzernweit noch besser zu koordinieren, wird der fossile Brennstoff- 
und Stromeinkauf knftig innerhalb der Abteilung Konzerneinkauf konzentriert. Das Einkaufsteam 
Group Energy Purchasing bernimmt daher ab Anfang 2011 die bisherigen Aufgaben von HC Fuels. 
Mit der zentralen Bndelung und Koordination des Energieeinkaufs wird es uns mglich sein, die 

Entwicklung der Energiemrkte besser zu beobachten, um die Auswirkungen volatiler Preisentwicklungen 
abzufedern und schnell auf attraktive Marktmglichkeiten zu reagieren. 

Umsatz und Ergebnis 

Der Umsatz im Bereich Konzernservice stieg gegenber 2009 um 49,3% auf 709 (i.V.: 475) Mio 
EUR. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen sank hingegen um 31,5% auf 20 (i.V.: 30) Mio 
EUR. Das operative Ergebnis ging in gleicher Grenordnung auf 20 (i.V.: 29) Mio EUR zurck. 
Ursache fr diesen Ergebnisrckgang ist ein einmaliger auerordentlicher Ertrag im Jahr 2009. Ohne 

HeidelbergCement 


bilanziert Lagebericht 


Bercksichtigung dieses Sondereffekts hat sich das Ergebnis gegenber dem Vorjahr verbessert. 

Weitere Informationen 
Wichtige Kennzahlen Konzernservice 
Mio EUR 2009 2010 
Umsatz 475 709 
Operatives Ergebnis 29 20 
Mitarbeiter am 31. Dezember 51 55 
65 

2 
scheidung des OLG Dsseldorf weiterhin Chancen, sich erfolgreich gegen die Klage zu verteidigen. 
Fr beide Verfahren ist angemessene bilanzielle Vorsorge getroffen worden. Im November 2008 
wurde HeidelbergCement durch Nachprfungen der EU-Kommission an Standorten in Deutschland, 
Belgien, den Niederlanden und Grobritannien mit weiteren Kartellvorwrfen konfrontiert. Eigene 
berprfungen des Sachverhalts durch HeidelbergCement und ihre externen Rechtsanwlte haben 
die vorgeworfenen Kartellverste nicht besttigt. Das Verfahren wurde durch die bermittlung 
von Fragebgen Ende September 2009 und weitere Nachfragen im Jahr 2010 fortgesetzt, die von 
HeidelbergCement jeweils fristgem beantwortet wurden. Im Dezember 2010 hat die EU-Kommission 
HeidelbergCement benachrichtigt, dass sie in diesem Zusammenhang Verfahren wegen des 
Verdachts des Verstoes gegen EU-Wettbewerbsrecht in einigen Lndern des EWR eingeleitet hat. 
In der Benachrichtigung der Kommission heit es u.a. wrtlich: Die Tatsache, dass die Kommission 
das Verfahren einleitet, bedeutet nicht, dass ihr schlssige Beweise fr die Zuwiderhandlungen 
vorliegen, sondern nur, dass sie die Sache vorrangig behandeln wird. 

Diese und weitere Verfahren veranlassen uns, die intensiven internen Vorkehrungen zur Vermeidung 
von Kartellversten, insbesondere regelmige Schulungsmanahmen u.a unter Einsatz moderner 
IT-Medien, stndig zu prfen und fortzuentwickeln. 

Beurteilung der Gesamtrisikosituation 

Aufgrund der Stabilisierung der Weltwirtschaft gehen wir fr den HeidelbergCement Konzern im 
Jahr 2011 von einer weiteren Reduzierung des Gesamtrisikos aus. Auch wenn die Prognosen fr 
das globale Wirtschaftswachstum angehoben wurden, ist die knftige Entwicklung jedoch mit 
Risiken und Unsicherheiten verbunden. 

Die Risiken aus volatilen Energie- und Rohstoffpreisen sowie Wechselkursen knnten sich auch 
2011 auf einem hohen Niveau bewegen. Auerdem knnte ein deutlich engerer Kapitalmarkt 
infolge eines weltweiten Investitionsbooms die Realzinsen und damit die Kapitalkosten ansteigen 
lassen. Generell gesehen ist die Stabilitt des globalen Finanzsystems derzeit noch von vielen Unsicherheiten 
geprgt. 

In der ganzheitlichen Betrachtung von Einzelrisiken sowie der Gesamtrisikoposition sind aus heutiger 
Sicht keine bestandsgefhrdenden oder andere bedeutende Risiken erkennbar. Unser konzerweit 
standardisiertes Kontroll-und Risikomanagementsystem stellt sicher, dass wesentliche Risiken, 
deren Eintritt die wirtschaftliche Lage des Konzerns erheblich verschlechtern wrde, frhzeitig 
identifiziert werden. 

Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 

Die Verpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung ist ein Pfeiler der Unternehmensstrategie von HeidelbergCement. 
konomische Wertschpfung, kologische Kompetenz und soziale Verantwortung 
sichern die Zukunftsfhigkeit des Unternehmens. Nachhaltige Unternehmensfhrung bedeutet 
fr uns, die Ausgewogenheit zwischen Gewinnerzielung und Sicherung der Zukunftsfhigkeit zu 
gewhrleisten. Es ist unser Anliegen, dabei sozial und kologisch verantwortlich zu handeln. Wir 
beachten die Auswirkungen unseres unternehmerischen Handelns auf Umwelt und Gesellschaft und 
mindern damit die Risiken fr unser Geschft. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie leitet sich deshalb 
aus unserem Unternehmensprofil ab. 

96 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Nachhaltigkeitsstrategie und -management 

Als Rohstoffunternehmen stehen fr uns Mensch, Natur und Gesellschaft im Zentrum unserer 
Nachhaltigkeitsstrategie. Wir erachten Umweltvorsorge, Klimaschutz und nachhaltige Ressourcensicherung 
als Fundament fr unsere knftige Entwicklung. In gleicher Weise ist die Verpflichtung, 
Mitarbeiter vor arbeitsbedingten Gefahren zu bewahren und ihre Gesundheit zu schtzen, seit 
langem fester Bestandteil unserer Aktivitten. Nicht zuletzt bedeutet nachhaltiges Handeln fr uns 
auch, soziale Verantwortung an unseren Standorten zu bernehmen. 

Um insbesondere die Leistungen in den Bereichen Umweltschutz und Arbeitssicherheit zu verbessern 
und den Informationsaustausch zwischen den Regionen und Geschftsbereichen zu frdern, 
wurde 2008 das Group Environmental Sustainability Committee gegrndet. Unter Federfhrung 
der Abteilung Global Environmental Sustainability legen 16 Experten aus den verschiedenen Geschftsbereichen 
und Konzerngebieten Leitlinien, Ziele und Manahmen fest und koordinieren 

Zusammengefasster 


deren Implementierung. 
Das zentrale Instrument unseres Nachhaltigkeitsmanagements ist das Nachhaltigkeitsprogramm 2020. 


bilanziert Lagebericht 


Es beschreibt unsere Verpflichtung sowie Ziele und Manahmen zu sechs Schwerpunktthemen, die 
ein nachhaltiges Unternehmenswachstum sichern sollen. 

HeidelbergCement Nachhaltigkeitsprogramm 2020 1) 

Verpflichtung Beispiele fr die Umsetzung bis 2020 
Arbeitssicherheit und HeidelbergCement ist bestrebt, Unflle, Verletzungen und Berufskrankheiten auf null zu 
Gesundheitsschutz haben senken. 
bei uns hchste Prioritt. 

Corporate Governance


Klimaschutz ist ein HeidelbergCement arbeitet kontinuierlich daran, seine Emissionen von Treibhausgasen zu 

zentrales Thema fr uns. 

Wir tragen mageblich 
zum Erhalt der Bio- 
diversitt bei. 

Wir frdern nachhaltiges 
Bauen. 

Wir nutzen Abfallstoffe 
als Rohstoffe. 

verringern und liefert Lsungen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. 

HeidelbergCement strebt nach einer Fhrungsrolle bei der Frderung der Biodiversitt 
in Abbausttten. Alle aktiven Abbausttten werden Folgenutzungsplne erhalten; die 
Hlfte davon Plne fr Biodiversittsmanagement. 

HeidelbergCement frdert nachhaltiges Bauen durch aktive Mitgliedschaft in allen 
bestehenden Green Building Councils in den Konzernlndern. Wir arbeitet daran, 
nachhaltige Baustoffe zu liefern, die sich whrend und nach ihrer Lebensdauer positiv 
auf Gesellschaft und Umwelt auswirken. Wir wollen Baustoffe wiederverwerten und 

z.B. den Anteil von Recyclingmaterial in Asphalt auf 10% erhhen. 
Indem wir Abfallstoffe und Nebenprodukte als sekundre Roh- und Brennstoffe einsetzen, 
reduzieren wir die Verwendung natrlicher Ressourcen und bieten Lsungen fr 
nachhaltiges Abfallmanagement. Im Zementbereich wollen wir den Anteil sekundrer 
Brennstoffe auf 30% erhhen und 30% des Klinkeranteils im Zement durch 

HeidelbergCement 


sekundre Rohstoffe ersetzen. 4 
Wir reduzieren Umweltauswirkungen. 
HeidelbergCement strebt eine fhrende Position bei der Steuerung und Minimierung 
von Umweltauswirkungen an. Wir wollen gegenber 2008 die Staubemissionen um 

35% und die Stickoxid- und Schwefeldioxidemissionen um je 10% reduzieren. 
Alle Produktionssttten sollen einer regelmigen berprfung unterzogen werden. 

1) Das vollstndige Nachhaltigkeitsprogramm Sustainability Ambitions 2020 finden Sie unter www.heidelbergcement.com/Nachhaltigkeit/ 
Nachhaltigkeitsstrategie. 

Weitere Informationen 


97 

2 
Mitarbeiter und Gesellschaft 

Mitarbeiterentwicklung 

Mitarbeiter weltweit 

Die Mitarbeiterzahl von HeidelbergCement lag am Jahresende 2010 bei 53.437 (i.V.: 53.302). Die 
Zunahme um 135 Mitarbeiter resultiert im Wesentlichen aus zwei gegenlufigen Entwicklungen: 
aus den mit Personalabbau verbundenen Standortoptimierungen und Kapazittsanpassungen, vor 
allem in Nordamerika sowie Grobritannien, und aus der Zunahme der Mitarbeiterzahl in Afrika 
und Russland aufgrund der Erstkonsolidierung der Zementaktivitten in der Demokratischen Republik 
Kongo und des Zementwerks CJSC Construction Materials in der Republik Baschkortostan. 

Mitarbeiter nach Konzerngebieten 
31. Dezember 2009 Vernderung 
West- und Nordeuropa 14.640 14.302 -2,3% 
Osteuropa-Zentralasien 9.481 9.959 5,0% 
Nordamerika 12.601 11.899 -5,6% 
Asien-Pazifik 14.030 13.682 -2,5% 
Afrika-Mittelmeerraum 2.499 3.539 41,6 % 
Konzernservice 51 55 7,8% 
Gesamt 53.302 53.437 0,3% 
Personalaufwand und Sozialleistungen 

Der Aufwand fr Gehlter, soziale Abgaben sowie Beitrge zur Altersversorgung und sozialen Untersttzung 
ist gegenber dem Vorjahr um 2,2% auf 2.086 (i.V.: 2.042) Mio EUR gestiegen. Das 
entspricht einem Anteil am Umsatz von 17,7% (i.V.: 18,4%). 

Personalaufwand 
Mio EUR 2009 Vernderung 
Lhne, Gehlter, soziale Abgaben 1.891,9 1.991,3 5,3 % 
Aufwendungen fr Altersversorgung 94,5 71,4 -24,4% 
Andere Personalaufwendungen 55,1 23,5 -57,4% 
Gesamt 2.041,5 2.086,2 2,2% 
Im Dialog mit Mitarbeitern 

Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sind eine wichtige Voraussetzung fr den nachhaltigen 
Erfolg von HeidelbergCement. Die Talente der Mitarbeiter zu erkennen, sie zu entwickeln und im 
Wettbewerb mit anderen Unternehmen an uns zu binden, ist daher Kern der konzernweiten Personalpolitik. 
Dazu dient das HeidelbergCement Kompetenzmodell, in dem die Anforderungen an 
die Mitarbeiter definiert sind. Es erlaubt eine systematische, konzernweit nach einheitlichen Regeln 
durchgefhrte Leistungs- und Potenzialbewertung durch die jeweiligen Vorgesetzten und dient 
als Basis fr die strategische Fhrungskrfteentwicklung und Nachfolgeplanung. In strukturierten 

98 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Mitarbeitergesprchen diskutieren Vorgesetzter und Mitarbeiter Entwicklungsmglichkeiten und 
Perspektiven. Der Dialog zielt vor allem auf das obere und mittlere Management, Expertenfunktionen 
und Nachwuchsfhrungskrfte. Damit wollen wir drei Ziele erreichen: 

 
Schlsselpositionen werden weltweit mit erstklassigen Kandidaten intern besetzt, 
 
Top-Talente werden bei HeidelbergCement gezielt entwickelt, 
 
Mitarbeiter werden durch eine individuelle Entwicklungsplanung langfristig an den Konzern 
gebunden. 
Kontinuierliche Ausbildung 

Nachhaltige Personalarbeit bedeutet, auch in schwierigen Zeiten in Ausbildung zu investieren, d.h. 
qualifizierten Nachwuchs einzustellen und auszubilden. In Deutschland liegt die Ausbildungsquote 
unverndert bei 6,5%. Damit bilden wir traditionell ber den eigenen Bedarf aus. Die bernahmequote 
liegt bei 76%. 

Zusammengefasster 


Technisch-handwerkliche Fhigkeiten sind fr fachlich einwandfreie Betriebsfhrung in der Prozesstechnik 
und Wartung in unseren Werken unerlsslich. Dazu bieten wir neben fachlichen Trainings 

auch jedes Jahr Meisterkurse beim Verein Deutscher Zementwerke e.V. an. 

Unsere umfangreichen Ausbildungsprogramme in nahezu allen Arbeitsbereichen zeichnen sich 
durch praxisnahes Lernen aus und bieten daher die beste Voraussetzung fr eine kontinuierliche 
Weiterentwicklung im fachlichen und persnlichen Bereich. 

Managementausbildung 

Die Motivation und Kompetenzen unserer Fhrungskrfte sind entscheidend dafr, wie gut sich 
HeidelbergCement im globalen Wettbewerb positioniert und auf die Herausforderungen der Zukunft 
vorbereitet ist. Um unsere Fhrungskrfte auf ihre knftigen Aufgaben vorzubereiten, bieten wir 

Corporate Governance


speziell auf die Bedrfnisse unseres Unternehmens zugeschnittene Ausbildungsprogramme. Das 
gilt sowohl fr die klassischen Themen wie Strategie, Fhrung und Management oder Methodik 
der Investitionsrechnung als auch fr spezielle Trainings im Bereich Technik. Einheitliche Ausbildungsinhalte 
stellen sicher, dass berall ein gemeinsames Verstndnis von Strategie, integriertem 

Managementansatz und Fhrung entwickelt wird. 

Als strategische Konzerninitiative werden wir die Kompetenzen unserer oberen Fhrungskrfte weiter 
strken. Dazu haben wir die bestehenden Programme in Zusammenarbeit mit Duke Corporate 
Education, einer der fhrenden Business Schools fr mageschneiderte Fortbildungsprogramme fr 
Fhrungskrfte, inhaltlich und konzeptionell weiterentwickelt. Zwischen 2011 und 2014 werden 
500 Fhrungskrfte aus dem ganzen Konzern ein dreistufiges Curriculum mit Schwerpunkt General 
Management und Fhrung unter Einbeziehung globaler, regionaler und lokaler Fragestellungen 
durchlaufen. Vorstandsmitglieder nehmen an allen Modulen in Diskussionsrunden und mit eigenen 

HeidelbergCement 


bilanziert 
Lagebericht 


Prsentationsbeitrgen aktiv teil. 

Sicherung und Frderung von Nachwuchsfhrungskrften 

Die Frderung des Fhrungskrftenachwuchses wurde trotz der schwierigen Wirtschaftslage 2010 
konsequent fortgesetzt. Wir bieten hoch motivierten und qualifizierten Hochschulabsolventen internationale 
Trainee-Programme mit Schwerpunkten in den Bereichen Technik, Vertrieb, Finanzen, 
Personal, Einkauf und IT. Insgesamt nehmen 122 Personen an diesen Programmen teil. Neu ist ein 
spezielles Curriculum fr hochqualifizierte Ingenieure: Nach Abschluss des Engineer-in-Training-
Programms durchlaufen sie mehrere Jahre lang genau definierte technische Ausbildungsabschnitte 

Weitere Informationen 


99 

2 
in verschiedenen Werken im In- und Ausland, ergnzt um Fortbildung in General Management 
und Fhrung, um auf hhere Ingenieurspositionen vorbereitet zu werden. 

Demografische Entwicklung 

Unser Unternehmen sieht sich zunehmend mit den Folgen des demografischen Wandels konfrontiert. 
Die Kapazitts- und Alterungseffekte aus der demografischen Entwicklung haben wir 
fr das mittlere und obere Management weltweit analysiert. Die Analyse zeigt, dass ber zwei 
Drittel unserer Belegschaft jnger als 50 Jahre sind. Im Einzelnen betrachtet sind ca. 14% unserer 
Arbeitnehmer jnger als 30 Jahre. Der berwiegende Anteil befindet sich in der Altersgruppe der 
30- bis 49-Jhrigen; dies macht etwa 55% der Gesamtbelegschaft im Konzern aus. 31% unserer 
Mitarbeiter sind ber 50 Jahre alt. 

In den Bereichen Gesundheitsmanagement und Weiterbildung haben wir bereits erste Manahmen 
ergriffen, um die Leistungsfhigkeit unserer Mitarbeiter zu erhalten. Als Pilotprojekt haben wir eine 
Gesundheitsinitiative in Deutschland gestartet, die ein Prventionsprogramm zur Frherkennung 
von Erkrankungen und Risikofaktoren enthlt, vor allem aber auf die Eigeninitiative zu einer gesunden 
Lebensweise setzt. 

Diversity 

Diversity verstehen wir als ein Managementkonzept, das durch Teamwork und Einbringung verschiedener 
Kulturen, Talente und Erfahrungshorizonte auf eine Zusammensetzung der Belegschaft 
abzielt, die unsere Prsenz auf den internationalen Mrkten, unsere Kundenstruktur und unser Geschftsumfeld 
widerspiegelt. Ziel ist es, weltweit hoch qualifizierte und leistungsbereite Mitarbeiter 
zu frdern und zu gewinnen, die sich mit unterschiedlicher sozialer und fachlicher Kompetenz fr 
unser Unternehmen einsetzen und so zum Geschftserfolg beitragen. Ein gutes Beispiel ist die 
internationale Zusammensetzung unserer Belegschaft an den Standorten unserer Hauptverwaltung 
und der technischen Zentren Competence Center Materials und Heidelberg Technology Center 
in Heidelberg und Leimen. Von den knapp 700 Mitarbeitern dort stammen mehr als 130 aus 35 
Lndern. 

Auch bei der Besetzung von Fhrungspositionen im Unternehmen achten wir auf Vielfalt. Durch 
die internationale Zusammensetzung unseres Fhrungsteams profitieren wir von unterschiedlichen 
Erfahrungshorizonten aus verschiedenen Kulturkreisen und sind somit in der Lage, sowohl auf 
globale Herausforderungen als auch auf lokale Marktbedrfnisse flexibel zu reagieren. Der Anteil 
von lokalen Managern an den oberen Fhrungskrften liegt bei 80%. Diese ausgeprgte internationale 
Zusammensetzung stellen wir nachhaltig durch die konsequente weltweite Rekrutierung 
von talentierten Hochschulabsolventen und ihre Ausbildung im Konzern sicher. 

Zur Vielfalt zhlt fr uns auch eine Besetzung der Fhrungspositionen mit Frauen und Mnnern, 
die unsere Mitarbeiterstruktur reprsentativ abbildet. Im Konzern lag 2010 der Anteil der Frauen 
bei insgesamt etwa 15% an der Gesamtbelegschaft und bei den oberen Fhrungspositionen bei 
ca. 8%. In Deutschland lag der Frauenanteil an der Gesamtbelegschaft bei insgesamt etwa 17% 
und bei den oberen Fhrungspositionen bei ca. 5%. Zur Erhhung des Anteils von Frauen in 
Fhrungspositionen setzen wir verstrkt auf die Frderung von Frauen in unseren Nachwuchsfrderprogrammen. 
Der Frauenanteil in diesen Frderprogrammen liegt konzernweit mittlerweile 
bei etwa 15% und in Deutschland bei ca. 28%. 

100 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Die Vielfalt bei der Zusammensetzung unseres Fhrungsteams und der Fokus auf Leistungsbereitschaft, 
fachliche Kompetenz und bereinstimmung mit unseren Unternehmenswerten sehen wir 
als entscheidende Vorteile im globalen Wettbewerb. 

Beruf und Familie vereinbaren 

Im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter stellen wir uns weltweit auf sich wandelnde Lebensformen 
ein. Bei unseren Angeboten, mit denen wir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie frdern, 
setzen wir auf Modelle wie Gleitzeit, Teilzeit und Freistellungen. Die Teilzeitquote der HeidelbergCement 
AG liegt bei 9,3%. Aufgrund der geringen Gre unserer Standorte hat sich bei der 
Kindertagespflege, der Pflege von hilfsbedrftigen Angehrigen oder z.B. Feriencamps fr Kinder 
die Zusammenarbeit mit externen Netzwerken bewhrt. Die Mitarbeiter profitieren vom einfachen 
Zugang zu einem professionellen und flexiblen Netzwerk zu angemessenen Kosten. 

Fr unsere zahlreichen auslndischen Mitarbeiter am Standort Heidelberg/Leimen haben wir mit 

Zusammengefasster 


einem Expatriate Network Day eine Initiative gestartet, die Hilfe zur Selbsthilfe bietet. Das Unternehmen 
untersttzt ein zu diesem Zweck gegrndetes Netzwerk aus Mitarbeitern, Angehrigen 

und Freunden, um die Integration in der Metropolregion Rhein-Neckar zu untersttzen, z.B. bei 
der Wohnungssuche, Behrdengngen oder Kindergarten- und Schulangelegenheiten. 

Globale Fhrungskrftebefragung 

In einer Fhrungskrftebefragung haben wir 2010 erstmals weltweit 1.200 Fhrungskrfte zu den 
Themen Unternehmensstrategie, Management-und Fhrungsverstndnis, Unternehmenswerte und 
rund um den Arbeitsplatz befragt. Positiv fielen insbesondere die Antworten auf die Fragen zur 
Strategie, Unternehmenskultur, Unternehmensfhrung und Fhrungsverhalten aus. Nach Analyse der 
Antworten (Rcklaufquote: 87%) haben wir weltweit ber 200 Einzelmanahmen eingeleitet, die zu 
einem besseren Arbeitsumfeld beitragen sollen. Im Mittelpunkt stehen Aktionen zur Optimierung 

Corporate Governance


der Personalentwicklung und der geschftsbereichs-und funktionsbergreifenden Zusammenarbeit. 
In der Folgebefragung 2012 sollen die Fhrungskrfte die Umsetzung dieser Manahmen bewerten. 

Die Fhrungskrftebefragung haben wir auch gezielt genutzt, um den Erfolg der Hanson-Integration 

bilanziert Lagebericht 


zu messen. Das Ergebnis zeigt, dass wir groe Fortschritte erzielt und mittlerweile ein gemeinsames 
Verstndnis in allen wesentlichen Fragestellungen entwickelt haben. 

Erfolgsorientierte Vergtungssysteme 

Wer Leistung erwartet, muss auch ein entsprechendes Umfeld schaffen. Dazu gehrt auch eine 
attraktive Vergtung. Neben Festgehltern, die durch Tarif- oder individuellen Arbeitsvertrag geregelt 
werden, erhalten die Mitarbeiter der HeidelbergCement AG zustzlich variable Vergtungsbestandteile, 
die von der individuellen Leistung und dem Unternehmenserfolg abhngen. Bei den 
Fhrungskrften wird ein hoher variabler Anteil an der Gesamtvergtung bewusst angestrebt, um die 
gemeinsame und persnliche Leistung sowie den Unternehmenserfolg deutlich und unmittelbar zu 
bercksichtigen. Die Mitarbeiter unserer auslndischen Tochtergesellschaften profitieren von attraktiv 
gestalteten Vergtungssystemen, die den jeweiligen lokalen Marktgegebenheiten entsprechen. 

HeidelbergCement 


Weitere Informationen 


101 

2 
Arbeits- und Gesundheitsschutz 

Konzernleitlinien 

Nachdem wir uns in den vergangenen Jahren mit Konzernleitlinien zum Arbeiten in Hhen und 
zur Maschinensicherheit verstrkt auf den Produktionsbereich konzentriert haben, haben wir 2010 
einen Schwerpunkt auf Verkehrssicherheit und Sicherheit bei Bauprojekten gelegt. Mit der Leitlinie 
Sicheres Fahren haben wir die Empfehlungen der Nachhaltigkeitsinitiative der Zementindustrie 
umgesetzt, an deren Erstellung HeidelbergCement beteiligt war. Die Analysen der Arbeitsgruppe, 
deren Leitung HeidelbergCement seit Anfang 2010 zusammen mit einem anderen Mitgliedsunter-
nehmen der Nachhaltigkeitsinitiative inne hat, haben ergeben, dass prozentual die meisten Todesflle 
der Branche bei Verkehrsunfllen auf dem Werksgelnde oder im ffentlichen Straenverkehr zu 
beklagen sind. Dies traf in den letzten Jahren leider auch verstrkt auf HeidelbergCement zu. Die 
Konzernleitlinie setzt nun weltweit einheitliche Standards fr Fahrer und Management, mit denen 
wir prventiv solche Unflle vermeiden wollen. Unser Ziel ist es, die notwendigen Manahmen 
sukzessive bis Ende 2014 umzusetzen. 

Bereits seit lngerem gibt es bei HeidelbergCement verbindliche Mindestanforderungen fr den 
Arbeits-und Gesundheitsschutz bei unseren weltweiten Bauvorhaben. Um diese Projekte, bei denen 
oft mehrere Hundert Mitarbeiter fremder Firmen und verschiedenster Nationalitten gleichzeitig 
ber einen lngeren Zeitraum hinweg auf einer Baustelle zusammenarbeiten, unfallfrei durchfhren 
zu knnen, sind umfangreiche Manahmen sowohl vom Auftragnehmer als auch vom Auftraggeber 
notwendig. Wir haben die Erfahrungen, die wir bei frheren Projekten gesammelt haben, analysiert 
und unsere Dokumente berarbeitet und ergnzt. Die aktualisierten Anforderungen sollen 
sicherstellen, dass auch knftige Bauprojekte weltweit unseren Sicherheitsstandards entsprechen. 

Sicherheitsfilm und Posterkampagne 

Im Frhjahr 2010 haben wir einen Sicherheitsfilm fertig gestellt, der Bezug auf tatschliche Unflle 
im Unternehmen nimmt. Der Film, der in 18 Sprachversionen vorliegt, wird zu Schulungszwecken 
im ganzen Konzern genutzt. Wir wollen damit insbesondere das Bewusstsein fr die Gefhrlichkeit 
von Alltagssituationen im Berufsleben wecken. Die gleiche Absicht verfolgen wir auch mit einer 
Posterkampagne. Zu allen Konzernleitlinien haben wir einheitlich aufgebaute Poster erstellt, die, in 
die einzelnen Landessprachen bersetzt, konzernweit fr Schulungen verwendet werden. 

Unfallentwicklung 

Im Jahr 2010 konnten wir die Unfallhufigkeits- und Unfallschwererate zwar weiter absenken, aber 
bei weitem nicht so sehr wie erhofft. Leider mussten wir den Tod von fnf eigenen Mitarbeitern 
sowie von zehn Mitarbeitern fremder Firmen beklagen. Wir haben alle Unflle untersucht, um die 
Ursachen herauszufinden und durch geeignete Gegenmanahmen, sowohl am Unfallort als auch 
auf Konzernebene weitere Unflle zu vermeiden. Dazu nutzen wir konsequent unser internes 
Sicherheitsnetzwerk. Um unser ambitioniertes Ziel eines unfallfreien Unternehmens zu erreichen, 
werden wir auch knftig weitere Manahmen, sowohl lokal als auch auf Konzernebene ergreifen. 
Da unsere Unfallanalysen zeigen, dass oft menschliches Versagen eine wesentliche Rolle im Unfallgeschehen 
spielt, werden wir weiterhin verstrkt auf verhaltensndernde Manahmen setzen. 

102 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Arbeits- und Gesundheitsschutz 
2006 2007 2008 2009 2010 
Unfallhufigkeitsrate 1) 7,4 5,8 4,8 4,6 4,3 
Unfallschwereindikator 2) 191 154 132 167 146 
Todesfallrate 3) 0,3 0,6 0,9 1,7 1,1 

1) Anzahl der Unflle von eigenen Mitarbeitern mit mindestens einem Ausfalltag pro 1.000.000 gearbeiteter Stunden 
2) Anzahl der durch Unflle ausgefallenen Arbeitstage von eigenen Mitarbeitern pro 1.000.000 gearbeiteter Stunden 
3) Anzahl der Todesflle von eigenen Mitarbeitern pro 10.000 eigenen Mitarbeitern 

Gesellschaftliche Verantwortung 

Mit der Beschftigung lokaler Mitarbeiter und der Beauftragung lokaler Lieferanten und Dienstleister 

Zusammengefasster 


bilanziert Lagebericht 


trgt HeidelbergCement zur Wertschpfung an den Standorten bei. Durch Lhne, Investitionen, 
Einkufe und Steuern frdern wir dort die wirtschaftliche Entwicklung. 

Unsere gesellschaftliche Verantwortung spiegelt sich aber nicht nur in unseren Geschftsprozessen 
wider. Wir sind vielmehr davon berzeugt, dass Unternehmen auch eine immer wichtigere Rolle 
bei der Lsung gesellschaftlicher Aufgaben bernehmen. 

HeidelbergCement setzt bei seinem Engagement auf die Nhe zum Kerngeschft. Wir engagieren 
uns dort am strksten, wo wir das grte Know-how haben und die besten Ergebnisse fr die 
Gesellschaft erreichen knnen. Deshalb untersttzen wir vor Ort Projekte mit den Schwerpunkten 
Bildung - Bauen - Umwelt und haben entsprechende Leitlinien in unserer Corporate Citizenship 
Guideline festgelegt. 

Unabhngig von diesen Leitlinien haben wir im Januar 2010 die Hilfsaktionen fr die Erdbebenopfer 

Corporate Governance


in Haiti mit einer Spende von 100.000 EUR an das Rote Kreuz untersttzt. Die bereitgestellten 
Mittel waren fr den Aufbau und Betrieb eines mobilen Krankenhauses sowie dessen Versorgung 
mit Trinkwasser bestimmt. 

In Grazdze/Polen, untersttzen wir seit Jahren gesundheitsfrdernde Manahmen. Dazu zhlen 

beispielsweise Sportveranstaltungen im Steinbruch. Im April 2010 wurde dort ein Nordic-Walking-
Wettbewerb durchgefhrt, mit dem die neu gebaute professionelle Nordic-Walking-Strecke eingeweiht 
wurde, die teilweise ber den Naturlehrpfad des Steinbruchs fhrt. In Ungarn haben wir in Pcs, 
der Europischen Kulturhauptstadt 2010, die Sanierung des historischen Kalvarienbergs finanziert 
und gemeinsam mit der Stadt im Einklang mit dem Biodiversitts- und Naturschutz durchgefhrt. 

In Afrika untersttzen wir seit Jahren den Bau von Schulen und Krankenhusern oder tragen zu 
deren Unterhalt bei. 2010 haben wir beispielsweise in Tansania den Bau zustzlicher Klassenzimmer 
in einer Grundschule in der Nhe unseres Werksstandorts Dar es Salaam finanziert. Wir 
untersttzen auerdem in einigen Lndern Schler und Studenten mit Stipendien oder Zahlung 
der Studiengebhren. 

HeidelbergCement 


Weitere Informationen 


103 

2 
Umweltvorsorge 

Als aktives Mitglied der Cement Sustainability Initiative des World Business Council for Sustainable 
Development nimmt HeidelbergCement seine Verantwortung fr die nachhaltige Entwicklung seiner 
Geschftsttigkeit ernst. In den vergangenen Jahren haben wir bemerkenswerte Fortschritte erzielt, 
unter anderem bei der Reduktion unserer CO2-Emissionen und Umwelteinflsse, der Weiterverwertung 
von Abfallstoffen als Brennstoffe und der Frderung der biologischen Vielfalt in unseren 
Abbausttten. Diese Verbesserungen werden durch das HeidelbergCement Nachhaltigkeitsprogramm 
2020 vorangetrieben, das die zentralen Nachhaltigkeitsthemen und -ziele des Unternehmens 
beschreibt (siehe Seite 97). 

Biologische Vielfalt 

HeidelbergCement will seine Fhrungsrolle bei der Frderung der Biodiversitt in Abbausttten 
weltweit strken. In Europa haben wir bereits 2009 eine verbindliche Richtlinie zum Biodiversittsmanagement 
erlassen. Daraufhin wurden 2010 zahlreiche Pilotprojekte gestartet. Ziel ist es, fr alle 
Abbausttten, die zum EU Natura 2000 Netzwerk gehren, einen Biodiversitts-Managementplan 
zu erstellen. So knnen wir die Rohstoffversorgung und -produktion langfristig und im Rahmen 
einer strikten Umweltgesetzgebung sicherstellen. Im Berichtsjahr wurden fr insgesamt 50 Standorte 
Biodiversitts-Managementplne entwickelt. 

Unser Public-Private-Partnership-Projekt in Georgien, das wir gemeinsam mit dem Bundesministerium 
fr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Deutschen Gesellschaft fr 
Technische Zusammenarbeit (GTZ) durchfhren, konzentriert sich auf die Wiederherstellung und den 
Erhalt der biologischen Vielfalt mittels moderner Renaturierungsmethoden. Das Projekt entwickelt 
sich erfolgreich mit aktiver Einbindung aller Stakeholder und insbesondere der lokalen Gemeinden. 

Im Konzerngebiet Asien-Pazifik haben wir eine Anleitung zum Thema Biodiversitt und Renaturierung 
unter besonderer Bercksichtigung der biodiversittsspezifischen Besonderheiten der Region 
verffentlicht. Sie soll der nachhaltigen Wiederherstellung von Abbausttten unter Bercksichtigung 
der biologischen Vielfalt dienen. 

In Afrika hat HeidelbergCement im Berichtsjahr ein weiteres Public-Private-Partnership-Projekt mit 
der GTZ initiiert, um die Aufforstung und nachhaltige Landnutzung im Umkreis der Steinbrche 
unserer Tochtergesellschaft Tanzania Portland Cement Company, deren Produktionssttte in der 
Nhe der Hafenstadt Dar es Salaam gelegen ist, zu frdern. 

Auch in Nordamerika fhren wir einige Biodiversittsprojekte durch. Eines davon beispielsweise in 
unserem Steinbruch in Romeoville/Illinois, wo wir mit Untersttzung der dortigen Behrden einen 
Plan zum Schutz des Lebensraumes der gefhrdeten Smaragdlibelle entwickeln und umsetzen. 

Unsere Frdersttte Sechelt in British Columbia ist das erste Zuschlagstoffwerk, das 2010 den 
angesehenen British Columbia Jake McDonald Mine Reclamation Award fr innovative und 
umfassende Umweltschutz- und Rekultivierungsmanahmen erhielt. 

104 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Nachhaltiges Bauen 

HeidelbergCement und seine Tochterunternehmen arbeiten mit den Green Building Councils weltweit 
zusammen, um Zertifizierungssysteme fr nachhaltiges Bauen zu entwickeln und das Design, 
den Bau und die Bewirtschaftung von Gebuden nachhaltiger zu gestalten. Im Berichtsjahr trat 
HeidelbergCement dem rumnischen, schwedischen und polnischen Green Building Council bei 
und war Mitbegrnder des norwegischen Green Building Council. 

Das Recycling von Beton- und Asphaltschutt zhlt bereits zur guten Praxis des nachhaltigen Bauens. 
HeidelbergCement bemht sich auch, die Wiederverwertung von Zuschlagstoffen auszuweiten, 
wo immer dies kologisch und konomisch sinnvoll ist. 

HeidelbergCement investiert auch erheblich in Produktinnovationen. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung 
des HTC Global (siehe Seite 108) wurde personell verstrkt, um knftig weitere 
innovative und nachhaltige Lsungen fr den Bausektor anbieten zu knnen. Konzernweit gibt es 

Zusammengefasster 


bereits zahlreiche Produktinnovationen fr nachhaltiges Bauen, wie beispielsweise die wasserdurch-
lssigen Betonpflastersteine AquaFlow, die etwa beim Hochwasserschutz eingesetzt werden 

knnen, oder den photokatalytisch aktiven Zement TioCem, der bei Lichteinwirkung Stickoxide 
und andere Luftschadstoffe zersetzt. 

Nicht zuletzt hat sich unser Unternehmen mit der Unterzeichnung des Manifesto for Energy 
Efficiency in Buildings des World Business Council for Sustainable Development dazu verpflichtet, 
die Energieeffizienz in seinen Brogebuden zu verbessern. 

Einsatz von alternativen Roh- und Brennstoffen 

Fr HeidelbergCement sind Abfallstoffe und Nebenprodukte anderer Industrien wertvolle Roh-und 
Brennstoffe fr die Herstellung von Zement. Der Anteil der Sekundrbrennstoffe am Brennstoffmix 
erreichte 21,5% im Jahr 2010 und macht HeidelbergCement auch weiterhin zum Spitzenreiter 
unter den groen internationalen Zementherstellern. 

Wir haben ebenfalls die Aufbereitung und den Einsatz berwachungsbedrftiger Abflle weiter 
erhht. Dies wurde unter anderem auch durch die Inbetriebnahme einer hochmodernen Aufbereitungsanlage 
fr Abfallstoffe in Belgien im Sommer 2010 ermglicht. berwachungsbedrftige Abflle 
kamen auch vermehrt in deutschen und indonesischen Zementwerken zum Einsatz, hauptschlich 
Altfarben und -lacke, gebrauchte lfilter und Dachpappe. Auf einer internen Konferenz konnten 
Experten aus verschiedenen Konzerngebieten im letzten Jahr ihre Erfahrungen und Praxisbeispiele 
austauschen. 

Den Einsatz von Klrschlamm haben wir in Nordamerika, China und der Trkei erhht. Erfolgreiche 
Testversuche mit Klrschlamm gab es in verschiedenen Werken in Belgien und Deutschland. In 

Corporate Governance


HeidelbergCement 


bilanziert Lagebericht 


Ungarn und Nordeuropa haben wir die Nutzung von Kunststoffabfllen betrchtlich gesteigert. 

Klimaschutz 

Klimaschutz steht im Zentrum der Umweltpolitik von HeidelbergCement. Als energieintensives 
Unternehmen sind wir seit vielen Jahren bestrebt, unsere CO2-Emissionen zu minimieren. Von 
1990 bis 2009 haben wir unsere spezifischen Netto-CO2-Emissionen um mehr als 19% auf 631 kg 
CO2/t Zement gesenkt. Bis 2015 wollen wir unsere spezifischen Netto-CO2-Emissionen bezogen 
auf 1990 um 23% reduzieren. 

Weitere Informationen 


105 

2 
Wir arbeiten intensiv an der Entwicklung und Umsetzung innovativer Lsungen zur Reduktion der 
CO2-Emissionen. In vielen Lndern sind wir fhrend beim Einsatz von Biomasse als Brennstoff und 
frdern zukunftsorientierte Forschungsprojekte zur Abscheidung und Speicherung von CO2  unter 
anderem an unserem Standort im norwegischen Brevik. Unser Joint Implementation-Projekt, mit 
dem wir CO2-Emissionen durch den Einsatz von Sekundrbrennstoffen in unserem ukrainischen 
Werk Kryvyi Rih reduzieren, wurde im Oktober 2010 von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt. 

Reduktion anderer Umwelteinflsse 

Entsprechend den Zielen in unserem Nachhaltigkeitsprogramm 2020 implementieren wir nach 
ISO 14001 zertifizierte Umweltmanagementsysteme in all unseren Zementwerken. 

Kontinuierliche Investitionen in den Umweltschutz bleiben ein Schwerpunkt unserer Umweltpolitik. 
Wir haben in unserem norwegischen Zementwerk Brevik einen Wscher zu Reduktion von 
Schwefeldioxid installiert, und in Nordamerika massiv in neue Technologien zur Emissionsreduktion 
investiert. Im polnischen Zementwerk Grazdze modernisieren wir derzeit die zweite Ofenlinie, so 
dass knftig bis zu 70% des Energiebedarfs durch Sekundrbrennstoffe gedeckt werden knnen. Mit 
einer modernisierten Wasseraufbereitungsanlage im Zementwerk Kakanj in Bosnien-Herzegowina 
haben wir den Wasserverbrauch erheblich reduziert. Fr unsere Werke in Afrika haben wir einen 
Wasserschutzplan entwickelt, der zurzeit mittels Wassermanagementplnen standortspezifisch 
umgesetzt wird. Auch in unseren Transportbetonwerken und Zuschlagstoffbetrieben achten wir 
auf energieeffiziente Prozesse und die Reduktion von Emissionen. 

Forschung und Technik 

Ausrichtung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitten 

Die Innovationsttigkeit bei HeidelbergCement lsst sich im Wesentlichen in drei Bereiche gliedern: 

 
Produkte und Anwendungen: Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitten sind sehr markt- 
und kundenorientiert. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung und Verbesserung von Bindemitteln 
und Betonen mit optimierten Eigenschaften und innovativen Funktionalitten. Unsere Arbeit 
hrt dabei nicht beim Produkt auf, sondern beinhaltet auch die kompetente und fachgerechte 
Beratung unserer Kunden bei der Anwendung und Optimierung ihrer Produkte. 
 
Produktion: Der Schwerpunkt liegt auf der stndigen Verbesserung der Prozesse und Kostenstruktur. 
Dazu gehren die kosteneffiziente Substitution fossiler Brennstoffe und natrlicher 
Rohstoffe ebenso wie die Reduzierung des Energiebedarfs in der Produktion. Diese Ziele werden 
in der konzernweiten Initiative Operational Excellence verfolgt und Potenziale systematisch 
erschlossen. 
 
Entwicklung von Zementen und Betonen mit verbesserter CO2-Bilanz: Die Weiterentwicklung 
von Kompositzementen mit reduziertem Klinkeranteil, auch ber heute bestehende Normengrenzen 
hinaus, bildet hierbei einen Schwerpunkt. Die Reduzierung des Klinkeranteils ist der 
bedeutendste Hebel zur Minimierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen sowie zur 
106 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Schonung natrlicher Rohstoffe. Schlielich erforschen wir auch vllig neuartige Bindemittelsysteme, 
die vollstndig auf Klinker verzichten. Derartige innovative Alternativprodukte befinden 
sich in einem frhen Forschungsstadium und werden noch etliche Jahre bis zur Marktreife und 
breiten Anwendbarkeit bentigen. 

Organisation und Aufwendungen im Bereich Forschung 
und Technik 

Im Berichtsjahr haben wir das globale Kompetenzzentrum HTC Global (Heidelberg Technology 
Center Global) in Leimen eingerichtet. Mit seinen zahlreichen internationalen Mitarbeitern ist es in 
die vier Bereiche Forschung & Entwicklung, Projekte, Geologie sowie Training & Reporting untergliedert. 
In diesem Kompetenzzentrum werden das Wissen und die Fachkenntnisse in unserem 
Unternehmen gebndelt und den operativen Einheiten schnell und umfassend zur Verfgung gestellt. 

Zusammengefasster 


Zentrale Forschung und Entwicklung 

Da ein besonderer Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung liegt, haben wir im HTC Global 
die konzernbergreifenden Forschungs-und Entwicklungsaktivitten in den Bereichen Zement und 
Beton konzentriert. Entsprechend der hohen Bedeutung der Entwicklung von CO2-minimierten 
Produkten bauen wir diesen Bereich derzeit personell und finanziell weiter aus. Die Projekte werden 
in enger Abstimmung mit den operativen Gesellschaften definiert und durchgefhrt. Diese enge 
Kooperation von Projektbeginn an ermglicht eine effiziente Umsetzung der Entwicklungsergebnisse 
und eine schnelle Markteinfhrung. 

Technik und Innovation 

Die Lndergesellschaften in den Konzerngebieten werden durch technische Zentren untersttzt. 

Corporate Governance


Im Geschftsbereich Zement ist dies das Heidelberg Technology Center (HTC) mit zwei Niederlassungen 
in Europa, die zustzlich den Mittelmeerraum, Afrika und Zentralasien betreuen, einer 
Niederlassung in Nordamerika und einer weiteren in Asien mit Sttzpunkten in China, Indien und 
Indonesien. Sie untersttzen die Zementwerke in allen technischen Fragen von der Rohstoffsiche


rung ber Betriebsoptimierung bis hin zur Prozesssteuerung und Qualittssicherung. Bei Investitionsprojekten 
der Werke sind die Niederlassungen des HTC teilweise bis zur Inbetriebnahme der 
neuen Anlage oder des neuen Werks in das Projektmanagement einbezogen. In hnlicher Weise 
untersttzt das Competence Center Materials (CCM) die Konzerngesellschaften in den Bereichen 
Zuschlagstoffe, Transportbeton und Asphalt. Der enge Dialog zwischen HTC bzw. CCM und den 
Werken sorgt fr eine effiziente Erschlieung von Optimierungspotenzialen und einen kontinuierlichen 
Verbesserungsprozess. 

HeidelbergCement 


bilanziert Lagebericht 


Kundenbezogene Entwicklung und Beratung 

Die groe Marktnhe unserer Aktivitten erfordert eine intensive kundenorientierte Entwicklung 
und Beratung, die sich auch in hohen finanziellen Aufwendungen widerspiegelt (siehe folgende 

Tabelle). Die entsprechenden Abteilungen und Mitarbeiter, die unmittelbar in die Organisation der 
jeweiligen Landesgesellschaften eingebunden sind, entwickeln und optimieren die an die lokalen 
Bedrfnisse angepassten Zemente und Betone oftmals in direkter Zusammenarbeit mit den Kunden. 

Weitere Informationen 


107 

2 
Aufwendungen fr Forschung und Technik 

Die Gesamtaufwendungen im Bereich Forschung und Technik beliefen sich im Berichtsjahr auf 
67,6 (i.V.: 63,6) Mio EUR. Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung der Aufwendungen nach den 
drei oben genannten Bereichen in den letzten fnf Jahren: 

Aufwendungen fr Forschung und Technik 
Mio EUR 2006 2007 2008 2009 2010 
Zentrale Forschung und Entwicklung 1) 

3,6 3,6 4,1 4,3 4,9 

Technik und Innovation 19,4 22,4 26,9 29,4 32,2 
Kundenbezogene Entwicklung und Beratung 43,9 32,6 32,2 29,9 30,5 
Gesamt 66,9 58,6 63,2 63,6 67,6 
1) inklusive aktivierte Betrge 

Durch die erstmalige Einbeziehung der Mitarbeiter und Aufwendungen fr Forschung und Technik 
im Bereich Beton sind die Angaben gegenber frheren Geschftsberichten gestiegen. Zur besseren 
Vergleichbarkeit wurden die Betrge rckwirkend bis 2006 angepasst. 

Zu den Entwicklungsprojekten, die als Investitionen aktiviert wurden, gehren unter anderem unsere 
innovativen Spezialzemente ChronoCem und TioCem (siehe Seite 110 f.). Da diese insgesamt in 
einer Grenordnung von rund 1 Mio EUR liegen, werden sie nicht separat ausgewiesen. 

Mitarbeiter in Forschung und Technik 

Im Geschftsjahr 2010 waren insgesamt 748 Mitarbeiter (i.V.: 736) im Bereich Forschung und 
Technik beschftigt. Die Personalaufteilung und -entwicklung in den letzten fnf Jahren ist in der 
folgenden Tabelle dargestellt: 

Mitarbeiter in Forschung und Technik 
2006 2007 2008 2009 2010 
Zentrale Forschung und Entwicklung 

27 32 37 38 

Technik und Innovation 146 198 243 260 262 
Kundenbezogene Entwicklung und Beratung 512 476 474 438 444 
Gesamt 685 706 754 736 748 
Die hohe Bedeutung der Bereiche kundenbezogene Entwicklung und Beratung sowie Technik und 
Innovation spiegelt sich nicht nur in den Kosten, sondern auch in der Zahl der Mitarbeiter wider. 

Die groe Kompetenz unserer Mitarbeiter in der Forschung und Technik ist ein entscheidender 
Wettbewerbsfaktor. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die Qualifikation. Rund 70% 
der Mitarbeiter in unseren technischen Kompetenzzentren verfgen ber einen Hochschulabschluss; 
8 % haben promoviert (siehe folgende Tabelle). Intensive Weiterbildung und systematischer 
Wissensaustausch in konzernweiten Expertennetzwerken stellen ein hohes Qualifikationsniveau 
sicher. 

108 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
Qualifikationsprofil der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Technik 


69,7 
% 
Hochschulabschluss 
8,1 
% 
Promotion 


13,0% 
Meister/Techniker 
9,2 
% 
Fachausbildung 


Forschungskooperationen 

Intensive Kooperationen mit Instituten und Universitten auf lokaler und globaler Ebene ergnzen 
die eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitten. Auf globaler Ebene ist dies insbesondere die 
Beteiligung an dem weltweit bedeutendsten Forschungsverbund im Zementsektor Nanocem. In 
ihm sind Unternehmen aus dem Zement- und Zusatzmittelbereich und 24 fhrende Universitten 
in Europa beteiligt, die gemeinsam Grundlagenforschung betreiben, die durch ffentliche Frdermittel 
untersttzt wird. Bei der Produktentwicklung bevorzugen wir bilaterale Kooperationen mit 
einzelnen Universitten, um unsere eigenen Kompetenzen zielgerichtet zu ergnzen. Die Gesamtaufwendungen 
fr die Auftragsforschung liegen deutlich unter 1 Mio EUR im Jahr und werden 
daher nicht separat ausgewiesen; sie sind in der Rubrik Zentrale Forschung und Entwicklung in 
der Tabelle auf Seite 108 enthalten. Abgesehen von den genannten Forschungskooperationen hat 
2010 kein Zukauf von Forschungs- und Entwicklungs-Know-how stattgefunden. 

Wesentliche Projekte sowie Forschungs- und 

Zusammengefasster 


Corporate Governance


Entwicklungsergebnisse 

Verbesserung der Kosteneffizienz und des gebundenen Kapitals 

Im Berichtsjahr haben unsere Werke weltweit gemeinsam mit den technischen Zentren Einsparpotenziale 
systematisch genutzt. Neben der kontinuierlichen Optimierung des Strom- und Brennstoffverbrauchs 
der Produktionsanlagen und der Substitution von Primr- durch Sekundrroh- und 
-brennstoffe lag ein weiterer Schwerpunkt auf der Verringerung der Instandhaltungsaufwendungen 
und der Reduzierung des gebundenen Kapitals durch gezielte, auf Langfristigkeit ausgerichtete Projekte. 

Insbesondere in den Wachstumsmrkten konnten wir die Primrbrennstoffsubstitution steigern. 
Auch die Einfhrung neuer Produkte, darunter neue Kompositzemente, half, abgesehen von der 
Reduzierung von CO2-Emissionen, Kostenvorteile konsequent zu nutzen. 2010 haben wir erfolg-

HeidelbergCement 


bilanziert Lagebericht 


reich das Programm Operational Excellence eingefhrt, mit dem wir durch die Optimierung der 
Produktionsanlagen die Energieeffizienz und Produktion unserer Zementwerke bis Ende 2013 
nachhaltig verbessern werden. 

Das bereits 2008 gestartete Programm Maintenance Improvement Project zur Standardisierung 
der Instandhaltungsorganisationen und Reduzierung der Instandhaltungskosten unserer Produktionsanlagen 
war 2010 erneut ber die internen Erwartungen hinaus erfolgreich. Begleitet wurde das 
Programm im Berichtsjahr von einem Zusatzprojekt, das sich auf die Reduzierung des gebundenen 
Kapitals fr Ersatzteile konzentriert. Innerhalb nur eines Jahres konnte das gebundene Kapital in 
diesem Bereich um mehr als 10% gesenkt werden. Die damit einhergehende Steigerung der Wirt-

Weitere Informationen 


109 

2 
schaftlichkeit unserer Betriebssttten ist gerade aufgrund der hohen Kapitalbindung in unserem 
Industriesektor von groer Bedeutung und ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil. 

Neue, erweiterte und modernisierte Produktionssttten 

Trotz des weltweit wirtschaftlich schwierigen Umfelds im Berichtsjahr haben wir neben zahlreichen 
Optimierungs- und Erweiterungsinvestitionen in bestehenden Anlagen auch einige strategische 
Investitionen in Wachstumsmrkten begonnen oder abgeschlossen. Detaillierte Angaben dazu 
befinden sich im Abschnitt Investitionen auf Seite 68. 

Ein Investitionsschwerpunkt lag im Berichtsjahr auf der Luftreinhaltung und Energierckgewinnung. 
Nach erfolgreicher Inbetriebnahme von Kraftwerken in China, die auf Abwrmenutzungstechnologie 
beruhen, haben wir ein vergleichbares Projekt in unserem Werk anakkale in der Trkei gestartet. 

Auch 2010 wurde die Einkaufstrategie des low cost country sourcing bei allen Investitionen in 
Produktionsanlagen konsequent umgesetzt. Diese Strategie zeigt nicht nur deutlich positive Effekte 
bei den Anfangsinvestitionen, sondern durch mglichst weitgehende Standardisierung auch bei 
den Folgekosten fr Instandhaltung. 

Zemente mit reduziertem Klinkeranteil 

Bei der Entwicklung von Zementen mit reduziertem Klinkeranteil haben wir weitere Fortschritte 
erzielt und damit CO2-Emissionen gesenkt und letztlich Kosten gespart. Vorreiter sind hier insbesondere 
unsere Werke in den Niederlanden und Polen. In beiden Lndern wurde der Klinkeranteil 
auf alle Zementsorten bezogen mittlerweile auf unter 65% gesenkt  ein Spitzenwert im internationalen 
Vergleich. Diese Leistung ist insbesondere in Polen bemerkenswert, da Httensand, ein 
Nebenprodukt der Stahlindustrie und frher das Hauptsubstitut fr Klinker, nur in begrenzten 
Mengen zur Verfgung steht. Durch die Entwicklung und erfolgreiche Markteinfhrung von zwei 
neuen Zementsorten unter Verwendung von Flugaschen, die 2010 auf Anhieb ein Absatzvolumen 
von rund 1 Mio t erreichten, konnten wir diesen Engpass mehr als ausgleichen. 

In Belgien und den Niederlanden werden im Rahmen der Eco-Responsibility Campaign 2010 in 
enger Kooperation mit Kunden sehr klinkerarme CEM II/B und CEM III Zemente auch fr hochwertige 
Anwendungen wie die Fertigteilproduktion optimiert. 

Fr unsere Werke in Ghana haben wir einen vllig neuen Kompositzement auf Basis von Dolomit 
entwickelt. Aufgrund der zur Neige gehenden Vorrte an eigenem Kalkstein htten wir knftig 
den Rohstoff fr die Herstellung des Portlandkalksteinzements importieren mssen. Nach umfangreichen 
Untersuchungen und Optimierungen stellen wir nun auf Basis des lokal verfgbaren 
Dolomits einen gleichwertigen Zement her, so dass auf den kostenintensiven Import von Kalkstein 
verzichtet werden kann. 

Innovative Bindemittel und Betone 

Bei der Entwicklung und Markteinfhrung von Spezialbindemitteln haben wir ebenfalls Erfolge 
erzielt. Wir haben in verschiedenen europischen Mrkten Zemente speziell fr die Herstellung von 
Spritzbeton fr den Tunnelbau optimiert, der bei groen Infrastrukturprojekten zum Einsatz kommt. 
Wir haben bereits erste Projekte im Rahmen von ICE-Neubaustrecken in Deutschland akquiriert. 
Der Spezialzement ChronoCem IR ist schon erfolgreich im Markt eingefhrt. Er ermglicht die 
schnelle Reparatur von Lande- und Startbahnen, Straen und Autobahnen oder Logistikzentren 
ber Nacht. Trotz oftmals hoher Anforderungen an die Bauausfhrung und schwieriger Rahmenbedingungen 
hat sich das System als sehr robust erwiesen. 

110 

Zusammengefasster Lagebericht 
Kernaktivitten und Organisationsstruktur Nachhaltigkeit bei HeidelbergCement 
Strategie, Unternehmenssteuerung und Ziele Mitarbeiter und Gesellschaft 
Geschftsverlauf 2010 Umweltvorsorge 
Weitere Angaben Forschung und Technik 
Risikobericht Ausblick 
2010 wurden zahlreiche Projekte mit weiem und grauem TioCem realisiert. Betonprodukte, wie 
beispielsweise Pflastersteine, die mit diesem photokatalytisch aktiven Zement hergestellt werden, 
reduzieren Luftschadstoffe wie Stickoxide und weisen eine geringere Oberflchenverschmutzung 
und damit bessere sthetik auf. In den USA und in vielen europischen Lndern gibt es mittlerweile 
verschiedene Anwendungen, die auch die Aufmerksamkeit des Europischen Parlaments erregt 
haben, das sich die Funktionen vorstellen lie. 

Mit Powercrete wurde ein hochwrmeleitfhiger Beton als Bettungs- und Verfllmaterial fr erdverlegte 
Hoch-und Hchstspannungskabel entwickelt. Die hohen Temperaturen der Kabeloberflche 
knnen Schden und damit kostenintensive Reklamationen verursachen. Durch die Verwendung 
des hochwrmeleitfhigen Spezialbetons wird die entstehende Wrme wesentlich besser abgeleitet. 
Damit kann die maximale Strombelastbarkeit der Kabel um bis zu 40% gesteigert werden. 

In verschiedenen Lndern beteiligen wir uns auch an der Entwicklung von Sanierungskonzepten fr 
kontaminierte Bden und Hafensedimente. Untersttzt durch ffentliche Frdermittel, beispielsweise 
in Skandinavien und Grobritannien, werden Systeme auf Zementbasis entwickelt, die die 
dauerhafte Einbindung von Schadstoffen in den Boden sicherstellen. Damit erschlieen wir neue 
Absatzmrkte fr unsere Baustoffe. 

Ausblick 

Im Folgenden gehen wir auf die erwartete zuknftige Entwicklung von HeidelbergCement und 
des unternehmerischen Umfelds in den Jahren 2011 und 2012 ein. In diesem Zusammenhang 
weisen wir darauf hin, dass dieser Geschftsbericht zukunftsgerichtete Aussagen enthlt, die auf 
den derzeit verfgbaren Informationen sowie den gegenwrtigen Annahmen und Prognosen der 

Zusammengefasster 


Corporate Governance


Unternehmensleitung von HeidelbergCement beruhen. Solche Aussagen sind naturgem mit 
Risiken und Unsicherheiten behaftet und knnen daher deutlich von der tatschlich eintretenden 
Entwicklung abweichen. HeidelbergCement bernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch 
nicht, die in diesem Geschftsbericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren. 

bilanziert Lagebericht 


Wirtschaftliches Umfeld 

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 

Nachdem das Jahr 2010 im Zeichen der Rckkehr der meisten Industriestaaten zu einem zum Teil 
deutlich positiven Wirtschaftswachstum stand, wird fr das laufende Jahr 2011 insgesamt mit einer 
Verlangsamung der Erholung gerechnet. Der internationale Whrungsfonds (IWF) prognostiziert fr 
die Jahre 2011 und 2012 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 4,4% bzw. 4,5% im Vergleich 
zu 5,0% im Jahr 2010. Dabei erwartet der IWF, dass die Unterschiede bei den Wachstumsraten, 
insbesondere zwischen den Schwellenlndern in Asien und Afrika auf der einen Seite und den 
Industrienationen in Nordamerika und Europa auf der anderen Seite, weiterhin bestehen bleiben. 
Auch fr die Preissteigerungsraten fr Konsumgter werden unterschiedliche Entwicklungen erwartet. 
Whrend sich die Teuerungsrate in den reifen Mrkten nach 1,5% im Jahr 2010 bei 1,6% 
fr die Jahre 2011 und 2012 stabilisieren soll, wird fr die Schwellenlnder eine Rate von 6,0% 
fr 2011 und ein Rckgang auf 4,8% fr 2012 vorhergesagt. Bei den Rohstoffpreisen rechnet der 
IWF fr das Jahr 2011 mit einem weiteren Anstieg, insbesondere fr l, und einer Stabilisierung 
im Jahr 2012. 

HeidelbergCement 


Weitere Informationen 


111 

